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Ina Müller stellt Album „48“ in Lokhalle Göttingen vor

Die deutsche Bette Midler Ina Müller stellt Album „48“ in Lokhalle Göttingen vor

Schnell! Nennen Sie drei Klischees über Männer, Frauen oder Männer und Frauen. Genau. Die kommen mit ziemlicher Sicherheit im Programm der singenden Entertainerin Ina Müller vor. Am Sonnabend war sie mit ihrem aktuellen Album „48“ – die Zahl steht für ihr Alter – zu Gast in der Lokhalle Göttingen und feierte eine große Party mit ihren Fans – auch mit Hubert. Den nennt sie nach anfänglichem Beschnuppern nur noch Hubsi.

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Mit viel Temperament gesegnet: die singende Entertainerin Ina Müller, im Hintergrund Bassist Dirk Ritz.

Quelle: Heller

Göttingen. Müller sucht den Kontakt zum Publikum. Das zeigt sie schon seit einigen Jahren in ihrer TV-Sendung „Inas Nacht“.

In einer kleinen Kneipe plaudert sie Prominente an die Wand, und weil die Gaststätte so klein ist, steht ihr Shanty-Chor draußen auf der Straße. Die zahlenden Gäste sind dagegen nah dran. Die Lokhalle hat natürlich ganz andere Dimensionen, also klettert Müller erst mal von der Bühne und macht sich über Hubert her.

Ganz dicht rückt sie ihm auf die Pelle und erklärt, Forscher hätten herausgefunden, dass am Gesicht eines Mannes seine Seitensprungtätigkeit ablesbar sei. Hubert ist seit 50 Jahren mit Elfi verheiratet, sie sitzt neben ihm. Er macht gute Miene zu Müllers Spiel. Etwas anderes bleibt ihm auch nicht. Fortan wird er für Müller der Hubsi sein, ihr Anker im Publikum.

Gute zwei Stunden

Gut zwei Stunden dauert Müllers Auftritt, einen gewichtigen Anteil davon erzählt sie Geschichten. Oder Witze. Das kann sie so gut, dass man manchmal versucht ist, ihr zu glauben, wenn sie behauptet, das habe sie gerade erlebt.

Sie berichtet von dem Stress ihrer Wechseljahre, ihrem Wanderfett, dass sich je nach Alter an anderen Stellen ihres Körpers absetzt. Sie erzählt von Liebhabern Mitte Zwanzig, die sie bemuttern und bewundern kann. Von der Mühsal des Alterns. Und von Sex. Das ist ihr Hauptthema. Verklemmt ist die 48-Jährige nicht, im Gegenteil – eine deutsche Ausgabe der US-amerikanischen Entertainerin Bette Midler. Und auf der Bühne lacht sie fast so gerne wie Mario Barth.

Doch die temperamentvolle Müller scherzt nicht nur mit dem Publikum, sie albert auch mit den Bühnentechnikern und ihren Musikerkollegen um Hardy Kayser. Der Gitarrist, Jahrgang 1962, arbeitet zusammen mit Ernst Kahl, seit 2007 Träger des Satirepreises „Göttinger Elch“, und dem singenden Schauspieler Gustav Peter Wöhler.

Hochdekorierte Musiker

Bei Sängerin Annett Louisan ist er der musikalische Chef. Das hört man vielen der Lieder Müllers an. Die aber verfügt über eine weitaus kraftvollere und lebensgestähltere Stimme als Louisan. Kayser und seine Band-Kollegen, allesamt hochdekorierte Musiker, sind an diesem Abend sehr lässig, sichtbar voller Spielfreude und deutlich unterfordert. So professionell die Instrumentalisten, so professionell die Show. Mit vielen Scheinwerfern und Projektionen haben die Lichtdesigner perfekte Räume und viel Atmosphäre geschaffen.

Zum Schluss ruft Müller ihre Fans zum Tanzen nach vorne direkt an die Bühne. Ein Menschenstrom ergießt sich. „Sonnabends geht es bei unseren Konzerten immer ab“, hatte Müller dem Publikum zu Beginn des Abends prophezeit, „ihr wisst es nur noch nicht“. Am Ende war allen Besuchern in der Lokhalle klar, was die Entertainerin gemeint hatte.

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