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Regional „Beim Deutsch-Pop fühl’ ich mich wohl“
Nachrichten Kultur Regional „Beim Deutsch-Pop fühl’ ich mich wohl“
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12:41 08.09.2017
Musiker Wincent Weiss tritt beim NDR2 Soundcheck-Festival beim Finale in der Lokhalle auf. Quelle: Wernicke
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Göttingen/Berlin


Wincent Weiss, was wären Sie geworden, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte?

Ich denke, ich wäre Erzieher geworden. Ich hab früher Praktika im Kindergarten gemacht, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wollte immer etwas mit Kindern machen. Eine Zeit lang habe ich Sport mit Kindern von zwei bis sechs Jahren gemacht, um ihre motorischen Fähigkeiten zu schulen. Das würde ich auch jederzeit wieder machen.

Wir haben ja Glück, dass es mit der Musik geklappt hat – sonst würden Sie kommende Woche nicht beim NDR2 Soundcheck-Festival in Göttingen auftreten, und das schon zum zweiten Mal. Wie hat sich Ihre Musik seit dem letzten Mal verändert?

Im letzten Jahr war mein Album ja noch nicht draußen. Damals kannten die Leute nur den Song „Musik sein“. Seit April gibts endlich die ganze Platte und vielleicht kennt ja der ein oder andere jetzt ein weiteres Lied. Das würde mich auf jeden Fall freuen. Es gibt nichts schöneres für einen Künstler, als wenn die Leute vor der Bühne die eigenen Lieder mitsingen.

Zur Person: Wincent Weiss

2017 war sein Jahr: Der 24-jährige Wincent Weiss gehört mittlerweile zu den bekanntesten deutschsprachigen Solo-Künstlern. Mit den Songs „Musik sein“ (2016) und „Feuerwerk“ (2017) schaffte er den Durchbruch und erspielte sich eine wachsende Fangemeinde. Auch sein erstes Album hat der junge Mann aus Schleswig-Holstein, der zurzeit in Berlin lebt, veröffentlicht: „Irgendwas Gegen Die Stille“ heißt es. Bekannt wurde Weiss, der nebenbei auch noch modelt, durch eine Coverversion von „Unter meiner Haut“, die er auf Youtube hochlud – und die die DJs Gestört aber Geil etwa zwei Jahre später entdeckten und als Remix einspielten – der in den deutschen Singlecharts landete.

War der Auftritt in Göttingen denn zu der Zeit einer ihrer größten – einer, der in Erinnerung bleibt?

Klar. Ich durfte nach der eigenen Open-Air-Show noch ganz spontan in der Lokhalle „Musik sein“ singen. Das war ein sehr krasser Moment. Die Halle war komplett voll und viele haben das Lied mitgesungen.

Und was ist Ihnen von der Stadt Göttingen in Erinnerung geblieben?

Obwohl es so stark geregnet hat, sind die Göttinger vor der Bühne geblieben und haben mega Stimmung gemacht. Das war mega. Und ich fand’s super, dass es so viele Konzertbühnen in direkter Nähe gibt. Perfekt für das Soundcheck Festival.

Sie haben im vergangenen Jahr eine ziemlich steile Karriere hingelegt. Was bringen solche Auftritte wie der auf dem NDR2 Soundcheck-Festival jungen Nachwuchsmusikern?

Total viel. Man hat die Chance, unfassbar vielen Menschen seine Musik vorzuspielen. Man trifft andere Musiker. Und der Radiosender NDR2 berichtet über die Konzerte.

Tickets für Rudimental und Welshly Arms gewinnen

Das Tageblatt verlost für zwei Konzerte des NDR Soundcheck-Festivals noch Tickets: fünfmal zwei Karten für den Auftritt von Rudimental am Sonnabend, 16. September, um 17.30 Uhr in der Göttinger Stadthalle sowie viermal zwei Karten für den Auftritt von Welshly Arms am Freitag, 15. September, um 23 Uhr ebenfalls in der Stadthalle. Interessierte sollten Im Zeitraum von Sonnabend, 15 Uhr, und Sonntag, 15 Uhr, unter der Nummer 0137/8600273 anrufen und deutlich ihren Namen, Adresse, Telefonnummer sowie das Stichwort „Rudimental“ oder „Welshly Arms“ hinterlassen. Der Anruf kostet aus dem Festnetz 50 Cent, Mobilfunkpreise können abweichen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner erhalten die Tickets per Post von NDR2.

So erfolgreich der Deutsch-Pop zurzeit ist, er steht doch auch häufiger mal in der Kritik. „Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe vorgaukeln, Millionen erreichen und verdienen und dabei immer schön unpolitisch und abwaschbar bleiben“, so hat Jan Böhmermann den Deutsch-Pop beispielsweise kritisiert. Was haben Sie dem entgegenzusetzen?

Böhmermanns Job ist es ja zu kritisieren. Und dieses Jahr hatte er sich halt Deutsch-Pop für seine Sendung ausgesucht. Seine Kritikpunkte hätte man auch auf viele andere Musik-Genres anwenden können. Ich kann nur für mich sprechen: Aber ich denke wir „Deutsch-Popper“ machen die Musik für die Leute, die die Musik gern hören – und nicht für die, die sie hassen oder schlecht reden wollen.

Sie selbst hören ja am liebsten Metal-Musik, haben Sie einmal gesagt. Wie kommt man dann dazu, selbst Deutsch-Pop zu machen?

Meine eigenen Lieder wollte ich immer auf Deutsch schreiben. Ich kann mich textlich in der eigenen Sprache einfach besser drücken. Beim Deutsch-Pop fühl’ ich mich wohl. Privat können die Gitarren gern etwas lauter sein und beim Auto fahren schreie ich dann auch mal zu Metal das ganze Auto zusammen. Aber das ist nichts für die öffentlichen Ohren.

Ihr Hit „Musik sein“ ist eine Liebeserklärung an die Musik. Gibt es auch Momente, in denen keine „Musik sein müsste“?

Nein (lacht). Deswegen sage ich ja: Es sollte überall Musik sein.

Von Hannah Scheiwe

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