Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Vertrauen in das Gute
Nachrichten Kultur Regional Vertrauen in das Gute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:23 27.10.2017
Julia Engelmann kommt mit ihrem „Poesiealbum“ nach Göttingen. Quelle: dpa
Göttingen

Im Interview spricht die gebürtige Bremerin über Krisen, das Singen, ihre Tour und Gesundheit.

Ihre erste Platte heißt „Poesiealbum“. Wie entstehen Ihre Lieder?

Julia Engelmann: Ich schreibe sie mit Musikern zusammen. Ich schreibe gerne und ich singe gerne. Meine Lyrik gibt oft die Stimmung eines Liedes vor.

Wie kam es zu dem Lied „Ich kann alleine sein“?

Den Text habe ich als eigenes Mantra geschrieben. Ich sehne mich nach einer selbsterfüllende Prophezeihung. Daraus ist dann ein Lied geworden.

Sind Sie überrascht, dass Ihre Lieder so gut ankommen?

Auf jeden Fall. Wer vor fünf Jahren bei mir in Köln auf einer WG-Party war, weiß, dass ich schon immer gern gesungen habe. Ich wurde immer wieder gefragt, wo man meine Lieder hören und ob man von mir eine CD kaufen kann.

Hat das Singen Ihnen dabei geholfen, herauszufinden, wer Sie wirklich sein wollen?

Das weiß ich nicht. Ich singe auf jeden Fall unglaublich gerne. Es hängt eng mit dem Schreiben zusammen. So wie man bei einer Weinprobe ab und zu an der Karaffe riecht, ist es auch gut, ab und zu ein Lied zu spielen.

Haben Sie schon immer klar gesehen, was Sie vom Leben wollen?

Nein, überhaupt nicht. Ich weiß es auch jetzt noch nicht. Das sind ja eher abstrakte Dinge, die sich dann im Konkreten wiederfinden. Ich glaube, es hilft einfach, glücklich zu sein. Im Idealfall wäre ich dann auch noch ein Mensch mit guten Werten.

Wer oder was hat Ihnen bei der Selbstfindung geholfen?

Ich würde nicht sagen, dass dieser Prozess bei mir schon abgeschlossen ist. Auch hier kommen mehrere Dinge zusammen: die Zeit, die Menschen um mich herum, Musik und jeder einzelne Tag in meinem Leben.

Wie war die Arbeit im Studio?

Ich habe vorher schon mal ein Studio von innen gesehen und war auch schon mal beim Radio. Aber viele Dinge waren auf jeden Fall neu für mich und sehr schön. Das hat mir viel Spaß gemacht.

Was kann man von Ihrer Tour erwarten?

Meine Auftritte fühlen sich an wie WG-Parties oder schöne Abende mit Freunden. Ich trage Gedichte vor, die ich selbst geschrieben habe und ich singe Lieder, bei denen ich von unglaublich tollen Musikern begleitet werde. Ich habe unser Bühnenbild gemalt. Nach dem Auftritt signiere ich gern Bücher oder lasse Selfies mit mir machen.

In Ihrem Bühnenprogramm widmen Sie sich unter anderem der „Quarter Life Crisis“. Ist diese vorwiegend ein weibliches Phänomen?

Engelmann: Das kann ich nicht beurteilen, aber ich glaube es nicht. In jedem Alter und in jeder Phase des Lebens tauchen bestimmte Fragen und Wünsche immer wieder auf - wie die Jahreszeiten.

In Ihrem Lied-Gedicht “Grapefruit” geht es um die Krise eines jungen Menschen. Warum liegt Ihnen das Thema „Mental Health“ am Herzen?

Engelmann: Jeder Mensch hat eine physische und eine psychische Gesundheit. Ich würde aber unterscheiden zwischen einer traurigen Stimmung und einer Depression, da gibt es verschiedene Stufen, die unterschiedliche Handlungsoptionen erfordern.

Sind Sie eine leidenschaftliche Menschenbeobachterin?

Engelmann: Ich versuche zu verstehen, warum alles so ist und warum alle Menschen so sind, wie sie sind. Immer, wenn ich jemanden sehe, der sehr traurig ist, denke ich darüber nach, wie es anders sein könnte.

Was inspiriert Sie zu Ihren Texten?

Engelmann: Ich frage mich oft, ob es auch anderen Menschen so geht wie mir. Falls ja, möchte ich über das Lautmachen meiner Gedanken aufzeigen, dass andere nicht alleine sind mit ihren Gedanken.

Welches ist die wichtigste Lektion, die Sie bisher gelernt haben?

Engelmann: Dass Gesundheit nicht selbstverständlich und Zeit sehr kostbar ist. Und Familie auch.

Sind Sie heute da, wo Sie mit 20 dachten, dass Sie sein würden?

Engelmann: Nie im Leben. Das wäre völlig außerhalb meiner Vorstellungskraft gewesen.

Was mögen Sie an Ihrem heutigen Leben?

Engelmann: Die Menschen um mich herum und die Freiheit, die ich gedanklich und konkret empfinde.

Interview: Olaf Neumann

Karten-Verlosung

Julia Engelmann ist mit ihrem „Poesiealbum“ auf Tour. Am Mittwoch, 8. November, stellt sie es um 20 Uhr in der Göttinger Stadthalle vor. Für das Konzert verlost das Tageblatt dreimal zwei Eintrittskarten und eine CD. Wer gewinnen will, muss am Sonnabend, 28. Oktober, zwischen 9 und 19 Uhr unter Telefon 0137/8600273 anrufen und deutlich seinen Namen, Anschrift und Telefonnummer sowie den Wunsch nach CD oder Eintrittskarten nennen. (0,50 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Zu kaufen gibt es Karten unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und in Duderstadt, Marktstraße 9, sowie online unter gt-tickets.de. chb

Von Olaf Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Echo-Klassik für das GSO - Wunderbare Bestätigung

Im Juli wurde bekanntgegeben, dass das Göttinger Symphonie-Orchester zu den Preisträgern des Echo Klassik 2017 gehört. Am Sonntag, 29. Oktober, erhalten die Musiker und ihr Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller nun ihre Auszeichnung in der Hamburger Elbphilharmonie.

27.10.2017

In Göttingen kennt man Barbaras berühmtes, im Garten des Jungen Theaters an der Geismar Landstraße geschriebenes Chanson „A Göttingen“ überall. Die Memoiren der französischen Sängerin sind jetzt auf Deutsch im Wallstein-Verlag erschienen.

27.10.2017
Regional Ausstellung im Künstlerhaus - Werke der Künstlergruppe Kreis 34

Die Göttinger Künstlergruppe Kreis 34 zeigt in ihrer Werkschau Skulpturen, Malereien, Fotografien und Objekte. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 12. November, im Künstlerhaus Göttingen zu sehen.

27.10.2017