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Jahresausstellung des Kreises 34 im Künstlerhaus Göttingen

„Türen“ Jahresausstellung des Kreises 34 im Künstlerhaus Göttingen

Die Krux liegt schon im Anfang begründet. Ein Thema sollte her für die Jahresausstellung des Kreises 34, einer Vereinigung ambitionierter Freizeitmaler aus der Region. Man einigte sich auf das Motto „Türen“. Doch statt Offenheit und Vielfalt zu bringen, verleitet sie das Thema dazu, sich auf Naheliegendes zu stürzen. Zum anderen scheinen Türen meist geheimnisvoll oder verströmen den Atem der Geschichte – Stolperfallen an der Grenze zum Kitsch. Unter diesen Gefahren leidet nahezu die ganze Jahresausstellung des Kreises 34, die derzeit in zwei Etagen des Künstlerhauses zu sehen ist.

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Rainer Lynen, Vorsitzender der Vereinigung, erläutert in einem Text zu seiner Installation: „Ideal wäre es gewesen, eine beliebige, irgendwo ausgemustere Zimmertür, künstlerisch bearbeitet, auszustellen.“ Eben nicht. Der nächstliegende Weg ist nicht immer der erfolgversprechendste. Lynen hat wegen Rückenproblemen auf die Tür verzichtet. Stattdessen bemalte er die Türen zweier Hängeschränke mit Graffiti, installierte sie in einem Rahmen, der drehbar auf einem Pfosten aufgeschraubt ist. Das sei ein Beitrag zur Avantgarde, die die Lokalpresse in der Vergangenheit vom Kreis 34 gefordert habe, erklärt Lynen – ob ernsthaft oder ironisch, lässt sich nur erahnen. Falsch liegt er mit der Behauptung, Kritiker hätten Avantgarde gefordert.

Wie der künstlerische Umgang mit Türen möglich ist, zeigt Sabine Schäfer. Sie hat mit lockerem Gestus etwas Laub auf Schranktüren gemalt. Mehr braucht es nicht, um an den Ursprung des Malgrundes zu erinnern: den Baum.

Sachlich zeigt Christiane Christen Durchblicke in Räume, flächig und in wenig emotionaler, pastelliger Farbgebung – eine gelungener Versuch, den Verlockungen des Themas zu widerstehen. Das ist Greta Mindermann-Lynen nicht gelungen. Sie präsentiert eine demolierte Autotür und dazugehörige Bildserien vordergründig als Kommentar zur Abwrackprämie.

Bis 22. November dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1.

Von Peter Krüger-Lenz

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