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Jakob Nolte und die Werwolf-Saga

26. Göttinger Literaturherbst Jakob Nolte und die Werwolf-Saga

Wölfe sind ein Thema und so passt es, dass der aus Niedersachsen stammende Schriftsteller Jakob Nolte die Werwolf-Saga neu spickt mit dem Roman „Schreckliche Gewalten“. Am Freitag, 13. Oktober, zählt er zu den ersten Autoren, die am Eröffnungstag des 26. Göttinger Literaturherbstes lesen.

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Nolte liest aus „Schreckliche Gewalten“

Jakob Nolte wird beim Literaturherbst lesen.

Quelle: HAZ

Göttingen. Die Königin schrecklicher Gewalten ist nicht allein. Jakob Nolte tobt sich in seinem neuen Roman „Schreckliche Gewalten“ aus: Beschreibt martialisch Szenen von Mord und Entführung, lässt keine Gelegenheit aus, die Werwolf-Geschichte der Hilma Honik zu garnieren Wissenswertem, mal aufschlussreich, mal überflüssig. Das bringt dann auch die Königin schrecklicher Gewalten zum Vorschein: Ein Tattoo, das auf einen mittelalterlichen Hymnus zurückgeht, der allerdings vom König schrecklicher Gewalten erzählt. Aber das geht als Tätowierung einer Frau gar nicht.

Szenisches Schreiben in Berlin studiert

Nolte hat szenisches Schreiben in Berlin studiert. Das kommt bestens rüber in dem zweiten Roman des aus Barsinghausen in Niedersachsen stammenden Schriftstellers. Der bringt über viele Umwege die Familiengeschichte der Zwillinge Iselin und Edvard Honik irgendwie auf den Punkt. Er lässt die angstvoll getriebenen Geschwister und ihre Weggefährten durch Zeiten von Terror und Horror reisen. Dabei nutzt er, so scheint es, jede Gelegenheit, Dinge zu erklären, die ihm beim Schreiben in den Sinn kamen.

Nur ein paar der vielen Namen: Hermann Löns, Ovid, Fusako Shigenobu, Ossip Mandelstam, Marlon Brando oder Thomas Mann. Über Letzteren schreibt Nolte: „Heute ist er niemanden mehr ein Begriff.“ Nolte ist Jahrgang 1988, vielleicht erklärt das seinen Standpunkt. Aber so eine Feststellung in einem Roman ist eben auch eine gut platzierte Provokation zum Nutzen der Dramaturgie.

Ausschweifende Beschreibungen von Exzessen

In „Schreckliche Gewalten“ provoziert Nolte auch mit Belehrungen und Erklärungen von Crystal Meth bis Mate-Tee, ausschweifenden Beschreibungen von Exzessen - Gewalt, Sex, Terroraktionen -, von Werwolf-Fantasien und dem Aussterben der Hyänen in Afghanistan. Das sind nur einige der vielen und vielfältigen Aspekte, die dazu führen, dass Nolte mit diesem Roman durch eine Familiensaga mäandert, mit langen und dann wieder kurzen, scheinbar eigenständigen Erzählungen aus aller Welt. Eine irrwitzige Schauergeschichte.

Jakob Nolte: „Schreckliche Gewalten“. Matthes und Seitz, 340 Seiten, 22 Euro.

Der Autor ist beim 26. Göttinger Literaturherbst am Freitag, 13. Oktober, zu Gast: Die Lesung von Jakob Nolte und Maren Kames beginnt um 19 Uhr in der Göttinger Galerie Art Supplement, Burgstraße 37A.

Von Angela Brünjes

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