Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Japanischer Künstler Yukihiro Taguchi schenkt Tee in Göttingen aus

Mülltonne mit Teeausschank Japanischer Künstler Yukihiro Taguchi schenkt Tee in Göttingen aus

Ein lustiges Feuerchen aus Dachlatten brennt in einer alten  Zinkmülltonne auf dem Wilhelmsplatz. Weitere Hölzer liegen im Kreis um die zeichnerisch perforierte Tonne herum – genau zu Füßen der Statue von König Wilhelm IV. Auf dem Müllkübel steht ein Topf, der Deckel klappert und feiner Wasserdampf tanzt empor.

Voriger Artikel
Programm des Literarisches Zentrums Göttingen
Nächster Artikel
Walter Sittler beigeistert das Publikum in Göttingens Deutschem Theater

Mit Mülltonne zu Füßen von Wilhelm IV.: der japanische Performance- und Filmkünstler Yukihiro Taguchi.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Hier möchte der japanische Performance- und Filmkünstler Yukihiro Taguchi Tee kochen.

Nicht für sich allein will der dick angezogene Performer mit der Fleecedecke um den Hals sorgen, auch Passanten möchte er mit dem Heißgetränk erfreuen. Derzeit allerdings, es ist Dienstagmorgen um 10 Uhr, fehlen  noch die Teebeutel.

Ansonsten aber ist „Yuki“, wie ihn seine Gastgeber vom Kunstverein Göttingen nennen, bestens ausgerüstet. Mit einem umgebauten Pritschen-Einkaufswagen hat er nicht nur die Tonne und das Holz aus einem leerstehenden Laden in der Roten Straße antransportiert, auch ein Thermometer, Steine und ein Feuerlöscher, Kamera und Stativ sind dabei, das Ordnungsamt ist informiert.

Über allem flattert sachte eine Fahne, die an eine Mischung aus Geschirr- und Halstuch erinnert, mit einem aufgenähten Zeichen. „Das ist mein Familienlogo“, erläutert Taguchi das Motiv aus acht Dreiecken, denen am unteren Rand je ein kleineres Dreieck fehlt.

Dreiwöchiger Prozess

Der ungewöhnliche Teeausschank ist nur der Beginn eines dreiwöchigen Prozesses, den Taguchi fotografisch festhält, um aus den einzelnen Bildern am Ende einen Stop-Motion-Film zu produzieren. Diese Art von Film funktioniert ähnlich wie ein Daumenkino, wobei durch die lose Abfolge von Einzelbildern Bewegung entsteht.

Der zweite Schritt beschäftigt sich mit dem Abfallprodukt in der Tonne: „Aus dem verbrannten Holz wird Kohle“, sagt der 1980 in Osaka geborene Berliner. Mit diesem Material möchte er mit Göttingern, die zufällig  vorbeikommen, zeichnen, Bäume, Pflanzen, Naturmaterialien, voraussichtlich im Botanischen Garten – und danach auf eine Wand, die noch gesucht wird. Auf diese Weise entstehe „ein Kreislauf“, so Taguchi, eine Zwiesprache zwischen Material und Kunst, Medium und Zeichen.

Am Mittwoch zieht er mit seinem Wagen weiter und ist den Nachmittag über am Heinz-Erhardt-Platz zu finden. Bestimmt mit Teebeuteln.

Von Tina Lüers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stop-Motion-Film
Künstler: Yukihiro Taguchi

Der Kunstverein Göttingen hat den Künstler Yukihiro Taguchi damit beauftragt, in Göttingen zu arbeiten und zu filmen. Der Japaner, der 1980 in Osaka zur Welt kam, arbeitet ab sofort bis Montag, 17. Februar, in Göttingen.

  • Kommentare
mehr
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag