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Regional Japanischer Künstler Yukihiro Taguchi schenkt Tee in Göttingen aus
Nachrichten Kultur Regional Japanischer Künstler Yukihiro Taguchi schenkt Tee in Göttingen aus
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00:18 07.02.2014
Mit Mülltonne zu Füßen von Wilhelm IV.: der japanische Performance- und Filmkünstler Yukihiro Taguchi. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Hier möchte der japanische Performance- und Filmkünstler Yukihiro Taguchi Tee kochen.

Nicht für sich allein will der dick angezogene Performer mit der Fleecedecke um den Hals sorgen, auch Passanten möchte er mit dem Heißgetränk erfreuen. Derzeit allerdings, es ist Dienstagmorgen um 10 Uhr, fehlen  noch die Teebeutel.

Ansonsten aber ist „Yuki“, wie ihn seine Gastgeber vom Kunstverein Göttingen nennen, bestens ausgerüstet. Mit einem umgebauten Pritschen-Einkaufswagen hat er nicht nur die Tonne und das Holz aus einem leerstehenden Laden in der Roten Straße antransportiert, auch ein Thermometer, Steine und ein Feuerlöscher, Kamera und Stativ sind dabei, das Ordnungsamt ist informiert.

Über allem flattert sachte eine Fahne, die an eine Mischung aus Geschirr- und Halstuch erinnert, mit einem aufgenähten Zeichen. „Das ist mein Familienlogo“, erläutert Taguchi das Motiv aus acht Dreiecken, denen am unteren Rand je ein kleineres Dreieck fehlt.

Dreiwöchiger Prozess

Der ungewöhnliche Teeausschank ist nur der Beginn eines dreiwöchigen Prozesses, den Taguchi fotografisch festhält, um aus den einzelnen Bildern am Ende einen Stop-Motion-Film zu produzieren. Diese Art von Film funktioniert ähnlich wie ein Daumenkino, wobei durch die lose Abfolge von Einzelbildern Bewegung entsteht.

Der zweite Schritt beschäftigt sich mit dem Abfallprodukt in der Tonne: „Aus dem verbrannten Holz wird Kohle“, sagt der 1980 in Osaka geborene Berliner. Mit diesem Material möchte er mit Göttingern, die zufällig  vorbeikommen, zeichnen, Bäume, Pflanzen, Naturmaterialien, voraussichtlich im Botanischen Garten – und danach auf eine Wand, die noch gesucht wird. Auf diese Weise entstehe „ein Kreislauf“, so Taguchi, eine Zwiesprache zwischen Material und Kunst, Medium und Zeichen.

Am Mittwoch zieht er mit seinem Wagen weiter und ist den Nachmittag über am Heinz-Erhardt-Platz zu finden. Bestimmt mit Teebeuteln.

Von Tina Lüers

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