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Regional Jüdische Kulturtage 2010 in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Jüdische Kulturtage 2010 in Göttingen
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12:46 15.07.2014
Musikalische Brücke: Mitglieder des Kammerorchesters. Quelle: Heller
Göttingen

Bis Mittwoch, 16. Mai, stehen Veranstaltungen von der Lesung über Film bis hin zu Tanz, Stadtführung oder Konzert zum menschen- und völkerverbindenden Dialog auf dem Programm.

„In Wort und Bild möchten wir einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und sind – wie man dieser Tage hört und sieht – nicht die einzigen“, meinte Petra Hangaly, stellvertretende Vorsitzende des Jüdischen Lehrhauses und spielte auf den Fan-Jubel in der Innenstadt zum WM-Auftakt der Nationalelf an.

Veranstaltet vom Göttinger Lehrhaus, vermitteln die Kulturtage zum achtjährigen Bestehen des Lehrhauses vor allem aber auch den Eindruck einer lebendigen, jüdischen Gemeinde.

Das Kammerkonzert unter der Leitung von Kantor François Lilienfeld bot mit Stücken des Wiener Sakralmusikers Salomon Sulzer und des aus Berlin stammenden Komponisten Louis Lewandowski einen interessanten historischen Querschnitt: Sulzer und Lewandowski gelten als Reformatoren der jüdischen Synagogen-Musik.

Ihre Musik- und Gesangstücke vereinen in sich traditionell-orthodox-jüdische Elemente sowie Einflüsse zeitgenössischer Musik, etwa von Franz Schubert und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Während Lewandowskis Werke bereits zu seinen Lebzeiten enorme Popularität erlangten und es im 19. Jahrhundert kaum Synagogen gab, in denen seine Gesänge und Musikstücke nicht gespielt wurden, waren diese durch die Zerstörung der jüdischen Gemeinden durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geraten.

Mit Orchestrierungen aus eigener Feder, der Hebräischen Suite Nr. 2 für Solovioline und Kammerorchester schlug Lilienfeld dann auch eine musikalische Brücke von der Synagogen-Musik zur weltlichen, jüdischen Musik, dem Klezmer. Die Mitwirkenden, die größtenteils dem Klezmer-Projekt-Orchester Göttingen (KlezPO) angehören, sorgten für einen instrumental wie gesanglich eindrucksvollen Abend.

Besondere Glanzlichter waren die Soli von Thomas Hotz (Tenor) und Arne zu Nieden (Bass) bei Lewandowskis „W’al jedei awedecho – Socharti loch“ und „Deutsche K’duschoh“.

Weitere Informationen unter juedisches-lehrhaus-goettingen.de

Von Karoline Jirikowski-Winter

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