Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Junges Schauspiel des Deutschen Theaters zeigt „Sie hören von uns!“

Bürgerbühne Junges Schauspiel des Deutschen Theaters zeigt „Sie hören von uns!“

Links umarmt ein pinkes Ballett-Häschen einen blauen Hund. Rechts dreht gelassen ein verkappter Andy Warhol seine Runden. Neben ihm ein Ausdauersportler und ein wild tanzender Punk-Wolf. Die Anarchie scheint im ehemaligen Gebäude der Voigt-Realschule eingezogen zu sein.

Voriger Artikel
„Verrücktes Blut“ mit dem Jungen Schauspiel des Deutschen Theaters
Nächster Artikel
„Sagen Sie jetzt nichts! Hommage an Loriot“ im Deutschen Theater

Ballett-Häschen trifft Andy Warhol: Das erste Projekt der Bürgerbühne heißt „Sie hören vons uns!“ und setzt auf skurrile Charaktere.

Quelle: EF

Göttingen. Doch tatsächlich wird hier fleißig geprobt. Das Junge Schauspiel (JS) des Deutschen Theaters startet das Projekt Bürgerbühne und inszeniert „Sie hören von uns!“.

Göttinger Bürger sollen ein Theaterstück spielen. 50 Leute bewarben sich – 30 wurden genommen. Letztendlich blieben 19 motivierte Personen im Alter zwischen 13 und 78 Jahren. Den schlichten Rahmen der Inszenierung gaben Martin Thamm, der Regisseur, und die Dramaturgin, Nicola Bongard, vor: Göttinger Bürger bewerben sich in einem Vorgespräch um einen Platz in einem Projekt am Deutschen Theater.

Bei dem Stück verwischen die Grenzen zwischen Realität und Schauspiel. So stapft eine lethargische Gestalt mit Bart und Gummistiefeln über die gesamte Bühne und trägt am Rand ein kleines Gedicht in einer erzgebirgischen Mundart vor. Im realen Leben scheint Monika alles andere als der Lethargie verfallen zu sein.

Ihre Figur hat trotzdem etwas Autobiografisches: „Das Gedicht habe ich von einem Bergmann, der mir das in meiner Kindheit erzählt hat“, sagt sie.

Arbeit mit „Nicht-Profis“ reizvoll

Der Beginn der Arbeit liegt aber weit vor den Bühnenproben. An Bühnenpräsenz und Aussprache musste genauso gearbeitet werden wie an Texten. „Wir haben jeden Dinge aufschreiben lassen, von denen sie meinen, dass sie sie nicht beherrschen oder aber gerne können würden. Diese haben wir in das Positive umgekehrt und daraus Texte für die Inszenierung geformt“, sagt Bongard.

Thamm sieht sehr viel Potenzial in dem Projekt: „Am Staatsschauspiel Dresden läuft eine Bürgerbühne über viele Jahre mit großem Erfolg.“ Außerdem findet er die Arbeit mit „Nicht-Profis“ reizvoll. „Jeder ist für sich ein Alltagsspezialist. Und jeder hat so viel anzubieten, dass er Autor seiner eigenen Stücke sein kann.“

Mittel erhält das Projekt nicht viele. Neben den zwei Fachleuten und der Regieassistentin Anja Wenzel , werden nur Requisiten aus dem Fundus oder von den Darstellern genutzt. Doch wenn das Stück hält, was die Proben versprechen, wird sich der Gang ins Theater lohnen.

Von Friedrich Schmidt

Vorstellungen: Sonnabend, 16. März, um 19.45 Uhr und Sonntag, 24. März, um 16 Uhr im Deutschen Theater, Theaterplatz 11. Karten gibt es unter Telefon 05 51 / 49 69 11.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag