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Kabarett auf dem Bügelbrett

Peter Frohleiks Kabarett auf dem Bügelbrett

Ein Mann, eine Bühne, ein Bügelbrett: Peter Frohleiks hat am Sonnabend im Göttinger Apex sein Kabarettprogramm „EinMannKultur“ gespielt und dabei außer Körperbeherrschung und Beweglichkeit auch sein Talent für satirische Betrachtungen über seine Exfreundin, Europa und Angela „Jeanne d’Arc“ Merkel bewiesen.

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Sperrige Requisite: Peter Frohleiks präsentiert sein Soloprogramm.

Quelle: Heller

Im ersten Moment eine etwas sperrig anmutende Requisite für eine Kleinkunstbühne: Peter Frohleiks taucht mit einem handelsüblichen Bügelbrett mit Blümchenmusterbezug auf der Apexbühne auf. Wie in Zeitlupe laufend und unter lauter Musik, erinnert sein gekonnt lässiger Auftritt an einen Surfer am Strand mit Surfbrett unterm Arm. Während sich das Publikum noch befremdlich fragt, was daraus nun werden soll, springt Frohleiks auch schon aus dem Stand mit beiden Füßen auf die Bügelfläche. Das Brett ächzt und klappert, das Publikum hält die Luft an, aber das Bügelbrett hält. Dieses Kunststück ist der Auftakt des Abends und bleibt nicht das einzige, das Frohleiks mit seiner Requisite vollzieht.

Je nach Szene wird es mal zum Schlitten aus seinen Kindertagen oder zum Spiegel in einer Boutique, zum Mikrophon bei einer gekonnten Grönemeyer-Parodie oder zur Tanzpartnerin beim Rock ’n’ Roll. Frohleiks wirbelt es herum, klappt es immer wieder auf und zusammen, setzt sich drauf, stützt sich ab und man fragt sich unwillkürlich: Warum hat noch niemand vor ihm die Vielfältigkeit des Bügelbretts entdeckt?!

Trotz dieser kreativen Gebrauchsmöglichkeiten bleibt es schließlich aber doch nur Requisite für Frohleiks gewürzte Betrachtungen, die er vor allem immer wieder über die Frauenwelt in Worte fasst: „Frauen sind wunderbare Wesen, sie können aus nichts was machen.  Zum Beispiel Vorwürfe.“ „Eine Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert.“

Original-Dialekt

Ein Bestandteil des Programms ist auch die immer wiederkehrende Stammtischrunde aus einem Norddeutschen, einem Berliner, einem Bayern und einem Ruhrpottler, die Frohleiks alle mit originalem Dialekt spielt. Nachdem er anschließend Angela Merkel zur Jeanne d’Arc Europas erklärt hat, folgt noch ein Lied über sie: „Den Schröder hast du geschlagen, den Putin weist du in seine Schranken.“ Auch die verantwortlichen Bankenmanager bekommen von Frohleiks noch ihr Fett weg: „Die Manager haben ein Gewissen, sie wollen es nur nicht benutzen.“ Nach gewitzten Sarkozy- und Berlusconi-Parodien endet das Programm nach zwei Zugaben vor einem begeisterten Publikum.

Von Indra Hesse

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