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Regional Körnerbrötchen von Matthias Machwerk
Nachrichten Kultur Regional Körnerbrötchen von Matthias Machwerk
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10:47 29.04.2017
Matthias Machwerk führt uns in seinem neuen Lachwerk durch trockene Sicherheitszonen und risikoreiche Feuchtgebiete. Quelle: Heller
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Göttingen

„Das ganze Leben wägen wir ab zwischen Freiheit und Sicherheit“, konstatiert Machwerk. „Aktien oder Sparbuch, festangestellt oder selbstständig. Jeder sucht so seinen Weg.“ Und dann sei da auch noch die Ehe. „Die hat so ein bisschen was von Gefängnis, ... aber gut, da ist man ja auch sicher.“

40 Millionen Einträge verzeichne die Google-Suchmaschine zum Begriff „Freiheit“, hat der 48-Jährige herausgefunden. „Obwohl Google selbst mit seiner Datensammlung genau diese Freiheit gefährdet.“ Und so manchen Tipp, wie man mit Anrufen aus hinterslowakischen Callcentern umgehen kann, gibt es auch noch.

Doch dann geht der im ostdeutschen Prenzlau geborene Schnellredner, der seit 2002 als Bühnenkünstler auftritt, auch schon über zum Schwerpunkthema des Abends: Mann/Frau, Partnersuche, Beziehungen, Kommunikation, Sexualität und der ganze Zipp-Zapp drumherum. Da gibt es inhaltlich schlichtweg nichts Neues und Erhellendes, was man nicht so oder so ähnlich schon gehört hätte. Doch das Publikum hat seinen Spaß an Machwerks Witzeleien. Etwa zu Aktivitäten in Partnerbörsen. „Ich habe gelesen, sieben Millionen Deutsche suchen im Internet einen Partner. … Auch wenn sie schon einen haben.“

Zwischendurch kommt der studierte Politikwissenschaftler noch auf die alltägliche Abzocke und auf die Regelungswut von Beamten und Politikern zu sprechen. Auch die Abhängigkeit von Technik thematisiert Machwerk, der zudem immer wieder gesungene Lieder ins Programm mischt. So brächten Internet und Fernsehen neben Informationen auch zunehmend mehr Dummheit für Bei-Mutti-Wohner, Dumpfbacken und Verschwörungstheoretiker. Da stelle man sich schon mal Fragen wie: „Sind Körnerbrötchen vielleicht eine Erfindung der Staubsaugerindustrie?“

Kabarettistische Spitzen setzt Machwerk hier und da, die auch oft mit Zahlen, Daten und dem Verweis auf Studien- und Untersuchungsergebnisse eingeleitet werden. Doch zunehmend bekommt das Motto des Abends „Mach dich frei“ eine zweideutige Komponente. Und das Mann-Frau-Thema rutscht langsam aber sicher immer tiefer unter die Gürtellinie. Mitunter fühlt man sich bei all den Schlüpfrigkeiten durchaus an Comedians brachialerer Gangart wie etwa Ingo Appelt erinnert. Die Zuschauer waren fröhlich bei der Sache und erklatschten sich noch eine Zugabe.

Von Karola Hoffmann

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