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Regional "Karat" kommt mit neuem Album in die Stadthalle Göttingen
Nachrichten Kultur Regional "Karat" kommt mit neuem Album in die Stadthalle Göttingen
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00:16 04.02.2013
Zu Gast im Druckhaus des Göttinger Tageblattes: die Karat-Musiker Bernd Römer und Claudius Dreilich, Christian Liebig (v. l). Quelle: Hinzmann
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Die Bandmitglieder Claudius Dreilich, Bernd Römer und Christian Liebig haben das Tageblatt-Verlagsgebäude besucht und über ihre Musik, Konzerte im Kosovo, Ost und West sowie über Harry gesprochen.

Harry ist nicht vielen Karatanhängern bekannt, aber offenbar unersetzlich: „Unser Harry schläft auch manchmal auf der Bühne ein, aber er darf nicht fehlen“, sagt Dreilich voller Überzeugung. Harry ist ein Techniker der Band und schon viele Jahre bei Karat.

Er soll durch sein Alter zwar nicht mehr so wie früher können, aber verzichten will keiner auf ihn: „Um ihn beneiden uns auch viele Große, denn Harry repariert wirklich alles. Er kriecht unter die Bühne, findet den Fehler und lötet“, so Dreilich weiter.

Pazifisten bleiben sich treu

Der bei der Gruppe beliebte Techniker war auch dabei, als Karat 2009 im Kosovo für die von der Nato geleitete multinationale Kosovo-Truppe (KFOR) gespielt hat. „Damit haben wir nichts verdient. Wir haben uns gesagt, dass wir das für die Jungs und Mädels da unten machen“, sagt Dreilich.

„Der Stützpunkt war leergefegt und die Getränke haben nicht gereicht“, meint Römer. Bis zu 7000 Soldaten sollen damals die Band gehört haben. „Die mussten tatsächlich Bier nachholen. An diesem Tag hätte dort kein Krieg ausbrechen dürfen“, sagt Dreilich schmunzelnd. Für das Konzert gab es allerdings Kritik. Sie seien beschuldigt worden, den Krieg zu unterstützen, meint Römer.

Das weisen die Musiker aber strikt zurück. Sie seien Pazifisten und für sie sei der Einsatz der dortigen Truppen notwendig, damit der Frieden nach dem Kosovokrieg gewahrt bleibe.

Bei diesem und auch bei allen anderen Konzerten meint die Band, sich treu geblieben zu sein. „Wir arbeiten viel an Details, haben das Ohr aber auch immer ein bisschen an der Neuzeit. Wir werden uns aber nie verbiegen, und es wird immer unsere Handschrift bleiben“, sagt Römer.

Das soll auch zu ihrem Erfolgskonzept beigetragen haben. Zur Zeit meinen die Musiker sogar, eine Verjüngung des Publikums festzustellen. Den Grund dafür nennt Römer: „Wir sind eine lebendige Band und sehr authentisch.“ Auch junge Musiker scheinen sich nach Karat zu richten: „Der Trommler von Silbermond meinte zu uns, dass er sich sehr stark an unserem Trommler orientiert“, meint Dreilich.

Außerdem seien schon viele von den ganz alten Fans gestorben, was dazu führe, dass das Publikum jünger wirke, meint Liebig lachend.

"Karats Symphonie"

Doch der Gruppe ist klar, dass sie im gesamten Deutschland nicht mehr so bekannt ist. Dabei soll es laut Römer einen Unterschied zwischen Ost und West geben: „Es kann ein Gefälle bemerkt werden. Die Medien im Westen spielen nicht so viel Karat wie die bei uns im Osten. Unsere Musik wird dort tagtäglich von den Rundfunksendern gespielt“.

Das sei aber auch der einzige Unterschied zwischen Ost und West, der für die Band noch existiere.

Daran, dass sie auch im Westen wieder bekannter werden, wollen die Musiker nun arbeiten. Ihr neues Live-Album haben sie bei einem Konzert im Kieler Schloss mit dem Philharmonischen Orchester Kiel, das von der Band sehr für seine Präzision und Dynamik gelobt wurde, aufgenommen.

Der Name des Albums steht zwar noch nicht fest, könnte aber „Karats Symphonie“ heißen. Lieder davon wird es auch bei ihrem Konzert in Göttingen zu hören geben, meinen die Musiker und freuen sich auf diesen Abend.

Von Friedrich Schmidt

Karten gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.

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