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Regional Kartoffelhäute und Figuren auf Farbstrukturen
Nachrichten Kultur Regional Kartoffelhäute und Figuren auf Farbstrukturen
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20:14 22.08.2012
Von Peter Krüger-Lenz
Großes Interesse an Japan: Sabine Harton in ihrem Atelier an der Hauptstraße in Bremke. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Vor dreieinhalb Jahren ist Harton von Bremen aus in die Räume in der Heiligenstädter Straße 50 in Bremke eingezogen, die Wohnung liegt direkt nebenan.

Hier lebt die 43-Jährige mit ihren drei Töchtern, der Liebe wegen kam sie nach Südniedersachsen. Jetzt beteiligt sie sich an der Aktion „Offenes Atelier“, die der Landkreis Göttingen organisiert. An den Wochenenden 8. und 9. sowie 15. und 16. September öffnen Künstler und Kunsthandwerker zwischen 14 und 18 Uhr ihre Türen für jeden, der Lust hat vorbeizuschauen.

Harton studierte an der Hochschule für Künste in Bremen. Figürliche Malerei sei damals nicht angesagt gewesen, erklärt die Künstlerin. Sie habe viel mit Farbe experimentiert. Heute nutzt sie das so erworbene Wissen für Bildhintergründe voller spannender Strukturen, über die sie dann Figuren malt.

Thematisch orientiert sich Harton an aktuellem Geschehen. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima/Japan beispielsweise hat sie auch künstlerisch beschäftigt. Über mögliche genetische Veränderungen als Folge hat sie nachgedacht, und über die Frage von Sicherheit. Ein Flyer mit der Botschaft „Ruhe sanft“ habe sie auf die Frage gestoßen, wie ruhig sie nachts noch schlafen könne. Politisch ist ihr künstlerischer Zugriff auf Welt.

Doch es gibt auch die andere Seite, die fröhliche. „Ich bin schon von Japan begeistert“, sagt Harton.  Sie hat sich mit japanischen Anime beschäftigt, mit Animationsfilmen, und mit der eigenen wie auch der anderen Kultur. Zu finden ist all dies in ihren Bildern.

Dass sie in Bremke abseits der großen Kunstzentren wohnt, stört Harton nicht weiter. „Man kann ja dezentral wohnen, man muss aber seine Bezugspunkte haben“, sagt die Künstlerin und meint damit die Verbindung zu Metropolen. In die Göttinger Kunstszene ist sie bislang auch noch nicht wirklich eingetaucht. Das soll sich allerdings langsam ändern. Denn: „Ich mache ja keine Kunst für mein Atelier.“

Zum Schluss des Gesprächs holt Harton dann noch einen Pappkarton aus einer Ecke des bemerkenswert aufgeräumten Atelierraums. Daraus zieht sie handgroße schlaffe Hüllen hervor. „Kartoffelhäute“ nennt sie diese Objekte, ein Titel, der die Herkunft der Werke gut beschreibt. Mit Silikon hat sie Kartoffel abgeformt. Sogar Triebe sind zu erkennen, an manchen haftet noch Erde.

Eine Installation wollte sie ursprünglich daraus entwickeln, jetzt sind sie erst mal in der Warteschleife. Und Harton beschreibt sie selbst sehr schön als angesiedelt „zwischen Ekel und Ästhetik“.

„Offene Ateliers“ in Südniedersachsen

An zwei Wochenenden öffnen Künstler und Kunsthandwerker in Südniedersachsen ihre Ateliers für Besucher: am 8. und 9. sowie 15. und 16. September zwischen 14 und 18 Uhr.

Von Hann. Münden im Süden bis nach Osterode im Norden, von Offensen im Westen bis nach Bad Sachsa im Osten reicht die Region, in der sich 58 Kreative beteiligen. Der Landkreis organisiert die Aktion bereits zum sechsten Mal.  Die größte Künstlerdichte finden Besucher in Duderstadt und in Bösinghausen.

In beiden Orten stehen jeweils vier Ateliers bereit. In Adelebsen, Emmenhausen, Renshausen und Rosdorf sind es immerhin noch zwei. Bereits am Sonnabend und Sonntag, 1. und 2. September, präsentiert das Studio Wasserscheune, Alte Dorfstraße 4 in Erbsen, eine Gemeinschaftsausstellung der beteiligten Künstler. Sie wird am Sonnabend um 15 Uhr eröffnet. Das vollständige Programm gibt es im Kreishaus, Reinhäuser Landstraße 4 in Göttingen.

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