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Katalin Moldvay stellt in der Göttinger Galerie Apex aus

„Nebenwirkungen“ Katalin Moldvay stellt in der Göttinger Galerie Apex aus

Vier Tage lang hat Katalin Moldvay ihre Ausstellung mit dem Titel „Nebenwirkungen“ in der Göttinger Galerie Apex gehängt. Für eine Wand im oberen Galerieraum benötigte sie allein eineinhalb Tage – ein enormer Aufwand. Doch die in Ungarn geborene und in Baden-Baden lebende Künstlerin arbeitet eben gewissenhaft. Und (nahezu) ausschließlich in Schwarzweiß.

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Konsequent: die Künstlerin Katalin Moldvay.

Quelle: Heller

Auf Flohmärkten stöbert sie nach Material, von ausgedehnten Spaziergängen bringt sie Fundstücke mit. Ein Foto in einem Katalog zu einer früheren Ausstellung, das einen Ausschnitt aus ihrem Atelier zeigt, bestätigt: Hier bricht sich ungestalte Sammelwut Bahn. Doch dann macht sich Moldvay mit großem Gestaltungsdrang über die Halde her. Sie näht, hämmert, klebt, knotet und bringt zusammen, was ursprünglich nicht zusammengehört.

Surreale Traumgestalten

So geht ein Handmassageroller, mit Kunstpelz bezogen, ein Formexperiment mit einer Holzschale ein, oder ein armdicker Ast, weiß gestrichen, die zahlreichen Zweigreste schwarz gefärbt, trägt eine ganze Traube von augen­artigen Bällen. Immer wieder tauchen Geweihstangen auf, Nachbildungen aus Kunststoff oder echte Trophäen. Der Versuch, den Ursprung der verarbeiteten Gegenstände zu ergründen, erweist sich anfänglich als vergeblich, später offenbaren sich die Fundstücke von ganz alleine.

Die kleinsten Arbeiten präsentiert und verkauft Moldvay in CD-Hüllen, die größten überragen die Besucher. Sie hängen von der Decke, sind unauffällig in die Umgebung eingefügt oder drängen sich raumgreifend auf. Sie changieren zwischen surrealen Traumgestalten, Werken mit floralen oder anthropomorphen Anklängen und Arbeiten, die vor allen Dingen Form und Struktur thematisieren. Ähnlich geht Moldvay auch mit ihren zweidimensionalen Stücken um, den Zeichnungen, die ebenfalls im Apex zu sehen sind. Hier dominieren ornamentale Strukturen und nervöse Geflechte.

Irritierend bleibt dabei die konsequente Beschränkung auf Schwarz und Weiß, eine selbstgewählte Fessel, die sich in der Kleidung der Künstlerin fortsetzt und beinahe manische Züge trägt. Verblüffend, bemerkenswert und trotz der farblichen Reduktion enorm reichhaltig.

Bis 8. Januar mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends von 11 bis 16 Uhr in der Galerie Apex, Burgstraße 46 in Göttingen.

pek

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