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Regional Katja Werker zu Gast im Bürgersaal in Northeim
Nachrichten Kultur Regional Katja Werker zu Gast im Bürgersaal in Northeim
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23:21 08.04.2015
Leben und Karriere mit Höhen und Tiefen: die Musikerin Katja Werker. Quelle: EF
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Göttingen

Im Interview spricht sie über ihre musikalische Entwicklung und ihren Weg in die „Real World Studios“ von Peter Gabriel.

Mit ihrem ersten Album „Contact myself“ haben Sie auf Anhieb großen Erfolg gehabt. Es wurde sogar zum „Album des Jahres“ gekürt. Die Tür für eine große Karriere stand Ihnen offen. Warum haben Sie damals einen anderen Weg gewählt?

Ich war natürlich sehr glücklich über den Erfolg. Aber auf einmal war von großem Interesse, was ich für einen Lebensweg bis dahin hatte. Die Fragen waren so privat und intim, dass ich mit der Öffentlichkeitsarbeit, die ja auch zu einem Plattenvertrag gehört, nicht umgehen konnte. Deshalb habe ich mich dann von heute auf morgen zurückgezogen, was nicht fördernd für meine Karriere war.

Nach drei englischsprachigen Alben haben Sie mit „Neuland“ oder „Lieder vom Küchentisch“ die deutsche Sprache für sich entdeckt. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Ich hatte damals einen ziemlichen Einschnitt in meinem privaten Leben. Das musste ich irgendwie verarbeiten. Dabei kamen die deutschen Sachen dann einfach aus mir heraus. Dahinter steckte kein Konzept.

Auffällig ist, dass Sie bei jeder neuen Produktion das Label gewechselt haben. Haben Sie mit der Gründung Ihres eigenen Plattenlables nun die Basis für ein selbstbestimmtes Arbeiten gesucht und gefunden?

Ja genau, ich hatte ja drei Plattenverträge bei Majorlables, und da geht es zuerst einmal um Verkaufszahlen. Die Erwartungen waren so hoch gesteckt, dass ich diese beim ersten Album „Contact myself“ schon, aber bei den Folgealben rein von den Verkaufszahlen her nicht erfüllen konnte. Deswegen war ich ganz schnell gedroppt von den Plattenfirmen. Die geben einem auch nicht die Zeit, sich zu entwickeln. Daraufhin habe ich die Konsequenz gezogen und mein eigenes Label gegründet, auch um meine künstlerische Freiheit zu haben.

Auf Ihrer Webseite gibt es einen Link „Hauskonzerte“. Welche Idee steckt dahinter?

Die Idee dahinter ist, eine ganz heimelige Atmosphäre zu schaffen. Ich hatte in der Vergangenheit schon ein paar Hauskonzerte gespielt. Das war total schön, eine ganz private Stimmung mit 40, 50 Leuten. Auf diese Weise kann jeder, der die Musik mag, ein eigenes Konzert veranstalten. Ich komme dann dorthin, bringe meine Sachen mit und spiele schöne Konzerte fernab der großen kommerziellen Konzertbühnen.

Sie haben Ihr neues Album „Blackbox“ in den „Real World Studios“ von Peter Gabriel aufgenommen. Warum dort und wie kam es dazu?

Das war mein absoluter Lebenstraum seit 25 Jahren. Ich habe das teilweise mit einer Crowdfunding Aktion finanziert und es dann einfach gemacht. Mit der Frage, wie alt soll ich noch werden, bevor es zu spät ist, habe ich mich auf den Weg gemacht. Das ist auch eine ganz persönliche Geschichte. Der Sound und der Gründer des Studios Peter Gabriel waren auch der Grund, dort einmal in meinem Leben ein Album aufzunehmen. Es gibt nun auch ein Video darüber auf meiner Webseite.

Beim Northeimer Label „Stockfisch Records“ entstand 2011 Ihr Album „Mitten im Sturm“. Nun kehren Sie nach Northeim zurück. Was können die Zuschauer in Ihrem Konzert erwarten?

Ich werde eine akustische, eine E-Gitarre und eine Mandoline dabei haben und spiele meine schönsten Songs der vergangenen 20 Jahre. Vom „Contact myself“-Album über deutsche Titel vom jüngsten Album „Lieder vom Küchentisch“ bis hin zu einigen brandneuen Stücken vom kommenden Album „Blackbox“. Also ein bunt gemischter Reigen.

 Interview: Jörg Linnhoff

Katja Werker tritt am Freitag, 10. April, um 20 Uhr in Northeim im Bürgersaal, Am Münster, auf. Karten gibt es im Internet unter  info@kunst-kultur-northeim.de.

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