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Regional Berauschende Spielleidenschaft
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15:46 24.09.2017
Kinga Glyk spielt Charlie Parkers „Donna Lee“. Quelle: Jörg Linnhoff
Northeim

Głyks Karriere begann mit 12 Jahren, als ihr Vater, ein renommierter Schlagzeuger, ihr Talent entdeckte und sie in das Głyk Familientrio PIK berief. Inzwischen trägt sie das Attribut „Internet Phänomen“, da ihre Instrumentalfassung von Eric Claptons „Tears In Heaven“ auf YouTube mit unglaublichen Klickzahlen bedacht wurde.

In ihrer Heimat Polen ist sie als einzige Frontfrau einer Jazzband schon ein Star. Nun ist Głyk mit ihrem Trio unterwegs, um auch die restlichen europäischen Club- und Festivalbühnen zu bespielen. Ihre sehr dynamische Musik bewegt sich zwischen Jazz, Blues und Funk. Zwei Alben hat sie inzwischen veröffentlicht. Das dritte Werk wird unter dem Titel „Dream“ im Oktober erscheinen.

Kongenial begleitet wird Głyk von ihrem Vater Irek Głyk am Schlagzeug und von Rafał Stepien an den Keyboards. Mit dem „Sad And Happy Blues“ geht das Trio gleich in die Vollen. Das Stück strotzt nur so vor Kraft und Dynamik. Leise, fast klassische Züge von Stepien am Piano leiten den gefühlvollen Song „Hope“ ein. Mit zarten Anschlägen kommt Głyk dazu, während Besen sanft die Becken streicheln. Langsam steigert das Trio das Tempo hin zu einem fulminanten Abschluss.

Alle drei Musiker strahlen eine unglaubliche Musikalität und Präsenz aus. Immer mal wieder treten sie mit ihren Instrumenten in wechselnde Dialoge. Ein gewaltiges Schlagzeugsolo leitet „New“ ein, in dessen Verlauf auch Głyk und Stepien beachtliche solistische Ausflüge beisteuern, bevor die Band dann mit berauschender Spielleidenschaft zu einem Ganzen zusammenfindet.

Charlie Parkers „Donna Lee“ spielt Głyk ganz entspannt im Schneidersitz auf dem Bühnenboden. Die Bassistin hofft, für die Zukunft Entscheidungen zu treffen, die sie nicht bereuen muss. Ausdruck findet dies im Titelsong ihres kommenden Albums „Dream“. Er kommt sehr jazzig mit zart verspielten, fließenden Klängen fast verträumt daher. Perlende Pianoläufe und dezente Beckenschläge begleiten Głyks mit Hingabe gespielte fast singende Bass-Lines.

Die passionierte Hutträgerin ist eine junge, sympathische und zugleich mitreißende Vertreterin ihres Genres. Nicht zuletzt durch ihren YouTube Erfolg und die Art, wie sie dem Jazz mit Rock- und vor allem auch Funkelementen fast tanzbare Facetten abgewinnt, scheint sie auch immer mehr junge Besucher in ihre Konzerte zu ziehen.

Zum Ende ermuntert Głyk die Besucher mit Erfolg, ihre Bassakkorde zweistimmig nachzusingen, während sie eine weitere Basslinie darüber legt. Stehender, euphorischer Applaus ruft nach einer Zugabe. Und die gibt Głyk, erneut auf dem Boden sitzend, dann solo mit „Tears In Heaven“. Danach gibt es noch ein Foto für das Familienalbum von der Bühne mit dem jubelnden Publikum im Rücken.

Von Jörg Linnhoff

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