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Ganz nah am Original

„Kings of Floyd“ Ganz nah am Original

Der Reiz der Neuinterpretation eines bekannten Songs liegt darin, dem Lied ganz neue eigene Facetten abzugewinnen. Mark Gillespie und seine Kings of Floyd suchen in Ihrer Show den gegenteiligen Weg. In der Göttinger Stadthalle näherten sie sich den Originalen Pink Floyds mit verblüffender Perfektion.

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Kings of Floyd

Quelle: Jörg Linnhoff

Göttingen. Die gemeinsame Leidenschaft der sieben Musiker um den in Manchester geborenen Sänger und Gitarristen Mark Gillespie für Pink Floyd führte 2011 zur Gründung der Tribute-Band „Kings of Floyd“. Gillespie kam Mitte der Neunziger Jahre nach Deutschland, startete seine Karriere als Straßenmusiker und ist seitdem regelmäßiger Gast in unterschiedlicher Besetzung auf Göttinger Bühnen.

Pink Floyd profilierte sich schnell als eine der innovativsten Rockbands der damaligen Zeit. Sie entwickelten bereits 1967 das erste quadrofonische Sound-System und setzten durch Licht und Projektionen zusätzliche visuelle Reize bei ihren Shows. Kings of Floyd greifen dies auf und sorgen mit aufwendiger Videoinstallation und großartigen Lichteffekten für eine Annäherung an die Originalatmosphäre der Pink Floyd Konzerte.

Großartige Großartige

„Remember when you were young, you shone like the sun. Shine on you crazy diamond…“, mit diesen bekannten Zeilen und dem eindringlich elegischen Intro dazu beginnen Kings of Floyd ihre Show. Das dazugehörige Album „Wish You Were Here“ ist neben „Dark Side Of The Moon“ und „The Wall“ das wohl erfolgreichste Album der 1965 gegründeten britischen Rockband Pink Floyd um Roger Waters und David Gilmour, der 1968 den von Drogen psychisch schwer gezeichneten Syd Barrett ersetzte.

Gillespie hat für sein Projekt mit dem Bassisten Ian Stewart, dem Schlagzeuger Berni Bovens, dem Gitarristen Maurus Fischer, dem Keyboarder Jürgen Magdziak, dem Saxofonisten Bernd Winterschladen sowie der Sängerin Lucy Wende großartige Musiker um sich gescharrt.

Übergangslos geht es mit dem funkig-rockigen „Money“ weiter. Hinter einem großen Aufbau von Keyboards und Technik ist Magdziak maßgeblich auch für die authentischen Geräusche der Originalstücke verantwortlich. So darf natürlich die berühmte Registrierkasse zu Beginn von „Money“ nicht fehlen, zu „Breathe“ dröhnen Hubschrauber durch den Raum und eine blökende Schafherde kündigt „Sheep“ an.

Zu „Dark side oft the moon“ laufen über die kreisrunde Videoleinwand Bilder von Trump, Bush, Hoeneß oder der FIFA. Der Titel beruht auf einem Ausspruch Mark Twains, wonach jeder Mensch ein Mond sei, der eine dunkle Seite habe, die er niemandem zeige. Waters verarbeitete hier auch die Erfahrungen mit Barretts psychischen Niedergang und beklagt in dem Konzeptalbum anonyme Machtstrukturen wie Geld, Zeit und all den Kriegswahnsinn.

Mit Präzision durch das Werk Pink Floyds

Zu bunten Laserstrahlen leiten dumpf düstere Klänge „Welcome to the Maschine“ ein. „Have a cigar“ kommt mit durchdringenden Synthesizer-Sounds und funkigem Bassintro. Gillespie lässt die Musik für sich sprechen. Stück für Stück arbeitet die Band sich durch das umfangreiche Werk Pink Floyds. Fischers Gitarrenspiel ist von mitreißender Präzision und Wende schraubt sich zu „The Great Gig In The Sky“ in beeindruckend hohe Stimmlagen.

„Another Brick in the Wall“ führt die Band dann doch mit einer leicht eigenen Note ein und zu den hymnischen Zeilen „We don´t need no education, we don´t need no thought control...“ wird das begeistert klatschende Publikum stehend zum Chor.

Mit großartigem Sound und nahezu authentischer Annäherung an die Originale schufen Kings of Floyd die fast perfekte Illusion eines Pink Floyd Konzertes.

Am 5.5.2018 wird Mark Gillespie wieder im Alten Rathaus auftreten.

Von Jörg Linnhoff

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