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14:16 28.11.2018
Jennifer Garner als Riley North in einer Szene des Films "Peppermint: Angel of Vengeance". Quelle: STXfilms/Universum Film
Göttingen

Die Kinostarts der Woche im Überblick:

Feuer frei für die Rächerin

Jennifer Garner wütet im Männergenre: Der Actionthriller „Peppermint“ propagiert aber Selbstjustiz

Von Martin Schwickert

Vor bald zwei Jahrzehnten hatte Jennifer Garner ihren Durchbruch in der TV-Serie „Alias“ von J. J. Abrams. Sie spielte eine clevere Geheimagentin, die sich schlagkräftig durch die männerdominierte Spionageszene arbeitete. Der Erfolg der Serie brachte ihr 2005 ein Engagement beim Studio 20th Century Fox ein: Der Boom der Comic-Verfilmungen war auf dem Höhepunkt. Das Studio hoffte, mit „Elektra“ aus dem Marvel-Arsenal eine Superheldin am Markt einführen zu können. Doch der Film spielte gerade seine Produktionskosten ein.

Tatsächlich sollte es noch einmal zwölf Jahre dauern, bis sich mit „Wonder Woman“ eine Superheldin an den Kinokassen einschlug. Garners Karriere erholte sich von diesem Rückschlag nur langsam. Als Nebendarstellerin in Independent-Produktionen wie „Juno“ (2007), „Dallas Buyers Club“ (2013) oder zuletzt „Love, Simon“ (2018) war sie eher auf mütterliche Rollen abonniert und schaffte es nur selten mit Bild und Name aufs Filmplakat.

Cailey Fleming (l-r) als Carly, Jeff Hephner als Chris North und Jennifer Garner als Riley North in einer Szene des Films "Peppermint: Angel of Vengeance". Quelle: STXfilms/Universum Film

 

Zumindest das ändert sich nun mit Pierre Morels Thriller „Peppermint“, in dem sie als alleinige Heldin eines beinharten Actionfilms auftritt. In Filmen wie „96 Hours“ mit Liam Neeson, „From Paris With Love“ mit John Travolta und „The Gunman“ mit Sean Penn hat der Franzose Morel seine prominenten Darsteller als Gerechtigkeitsvollstrecker in Szene gesetzt.

Das tut er nun auch in „Peppermint“, nur eben mit einer weiblichen Hauptfigur. Zunächst glaubt man noch, Jennifer Garner erneut in der Rolle der fürsorglichen Mutter zu sehen. Aber als die Bankangestellte Riley North mit ansehen muss, wie Mann und Kind von Drogengangstern mit Maschinenpistolen niedergemäht werden und der bestochene Richter die Täter freispricht, taucht sie unter – und drei Jahre später wieder auf.

In der Zwischenzeit hat sich die Witwe solide Nahkampf-Fertigkeiten angeeignet und ein veritables Waffenarsenal zugelegt. In dem ärmlichen Slum, wo ihr Wohnmobil steht, hat sie die Kriminalitätsquote radikal gesenkt. Aber Rileys eigentliches Anliegen ist Rache. Das ruft Polizei und FBI auf den Plan.

Als weibliche Charles-Bronson-Reinkarnation wütet Garner auf der Leinwand und geht dabei genauso rücksichtslos vor wie ihre männlichen Genrekollegen. Wenn sie ihre Platzwunden mit einem Büroklammeraffen versorgt, weht ein Hauch von „Stirb langsam“ durch den Film. Garner macht ihre Sache gut, aber ihre Performance bleibt der einzige Lichtblick im Actiongetöse.

Was die Darstellung von komplexen Heldinnenfiguren angeht, ist Hollywood schon längst einen Schritt weiter. Es geht eben nicht darum, männliche Helden lediglich durch weibliche Äquivalente zu ersetzen. Filme wie „Wonder Woman“ und demnächst der herausragende „Widows“ von Steve McQueen präsentieren Frauenfiguren, die den Machismus des Genres nicht nachahmen, sondern unterminieren und in seinen Grundfesten erschüttern.

„Peppermint“, Regie: Pierre Morel, mit Jennifer Garner, John Gallagher Jr., 101 Minuten, FSK 16, Cinemaxx Göttingen, Filmcenter Feilenfabrik Duderstadt

Nicht jeder mag Weihnachten

„Der Grinch“ – ein zotteliger Grünling will das Frohe Fest vermiesen

Von Jörg Brandes

Der zottelige Grünling in einer Szene des Weihnachtstrickfilms „Der Grinch“ Quelle: Illumination/Universal Pictures

So beschließt der Grinch, den Whovillern die Festfreude gründlich zu verderben, indem er ihnen Weihnachten stiehlt. Getarnt als Santa Claus will er sämtliche Geschenke und jede festliche Dekoration wegsacken.

Natürlich steht der Grinch aam Ende geläutert da und wird in die Gemeinschaft integriert. Und damit sich in Whoville der Geist der Weihnacht einstellt, bedarf es nicht unbedingt der Geschenke. Insofern hält sich der Film an seine etwas konsumkritische Vorlage.

Zum sehr kinderfreundlichen Ton des Films passt denn auch, dass der Grinch eher verschmitzt als bösartig ist. Deshalb wirkt es auch nicht befremdlich, dass er in der deutschen Version von Otto Waalkes gesprochen wird.

„Der Grinch“, Regie: Yarrow Cheney, Scott Mosier, 86 Minuten, FSK 0, Cinemaxx Göttingen, Filmcenter Feilenfabrik Duderstadt, Neue Schauburg Northeim, Schiller-Lichtspiele Hann. Münden, Central-Lichtspiele Herzberg am Harz

Von Stefan Stosch, Martin Schwickert und Jörg Brandes

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