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12:46 23.05.2018
Auch der Film "Solo: A Star Wars Story" startet am Donnerstag in den deutschen Kinos. Quelle: AP
Landkreis Göttingen

Diese Filme starten diese Woche in Göttingen und der Region in den Kinos:

Ein Schwesterndrama mit Eva Green und Alicia Vikander: „Euphoria“

Ines und Emilie (Alicia Vikander, Eva Green) haben sich schon lange nicht mehr gesehen. Die Künstlerin Ines hatte einst die Verwerfungen daheim hinter sich gelassen, während sich Emilie um die depressive Mutter kümmerte.

Das hat zu einer Entfremdung geführt. Aber nun sind sie wieder zusammen. Verraten, wohin die Reise gehen soll, will Emilie allerdings nicht. Dann stellt sich heraus, dass Regisseurin Lisa Langseth mit ihrer Geheimniskrämerei eigentlich „nur“ einem Schwesterndrama die Bühne bereitet.

Das einsam im Wald gelegene Anwesen entpuppt sich als Sterbehilfe-Hospiz. Emilie ist unheilbar an Krebs erkrankt und will in den sechs Tagen, die ihr bis zu ihrer endgültigen Entscheidung über ein freiwilliges vorzeitiges Ableben bleiben, noch mit Ines ins Reine kommen.

Leider sind die Auseinandersetzungen und Aussprachen zwischen den ungleichen Schwestern – hier die familienflüchtige Ines, da die verantwortungsbewusste Emilie – plakativ geraten. So entwickelt ihr Film trotz offensichtlicher Bemühungen nur bedingt den emotionalen Drive, der dem Thema innewohnt.

Von Jörg Brandes

„Euphoria“, Regie: Lisa Langseth, mit Eva Green, Alicia Vikander, 98 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen.

Luis und die Aliens

Animationsfilm, in dem drei Aliens das Leben eines 12-jährigen Jungen völlig durcheinanderwirbeln.

„Luis und die Aliens“, 85 Minuten, FSK 0, Cinemaxx Göttingen.

Solo für Han

Das frühe Leben von Kultfiguren zu erzählen ist ein Geschäftsmodell geworden. Man hat als Publikum schon die Kindheit des Serienmörders Norman Bates durchmessen. Man weiß jetzt, wie Spock als Kind auf dem Planeten Vulkan gemobbt wurde. Auch wie Bruce Wayne war, bevor er sein Cape anlegte, ist bekannt, und Indiana Jones war als Kind schon ein wehrhafter Buddler. Jede dieser nachgereichten Vorgeschichten ließ uns unsere Helden und Antihelden besser verstehen.

Jetzt sind also Han Solo und Chewbacca dran, die unsere erklärten Lieblinge aus der Märchengalaxis von „Star Wars“ waren: nicht heilig wie Obi-Wan, nicht schutzbedürftig wie Leia und Luke und nicht so steif wie die clownesken Blech-Sidekicks R2-D2 und C-3PO. Sondern verwegen und auch ein wenig zwielichtig à la Butch Cassidy und The Sundance Kid. Und natürlich wollen wir wissen, wie Mensch und Wookiee einst Blutsbrüder wurden. Ron Howard erzählt uns das in „Solo“, dem zweiten Film von Disneys „A Star Wars Story“-Reihe, fiktiven Historienfilmen, die die Wissenslücken der Fangemeinde schließen.

Los geht’s mit Han (Alden Ehrenreich) und Qi’Ra („Game of Thrones“-Star Emilia Clarke) auf der Flucht. Zwei Teenager auf dem Werftplaneten Corellia, der von Syndikaten regiert, vom Imperium kontrolliert wird. Sie lieben sich, sie wollen raus aus dem Dreck. Han schafft es, Qi’Ra wird geschnappt. Eines Tages, wenn er erst Pilot ist und ein Schiff hat, wird er sie rausholen, das schwört er. Aber das Schicksal wirft ihn in eine andere Bahn. er landet in der Gang von Tobias Beckett (Woody Harrelson). Jahre vergehen, bis er Qi’Ra als rechte Hand des interplanetarischen Paten Dryden Vos (Paul Bettany) wiederfindet. Becketts Gang hat gerade einen Raubzug vermasselt. Eigentlich sind sie so gut wie tot, da hat Han eine Idee: das begehrte Coaxium unraffiniert aus den Minen zu erbeuten, einen Supersprit, von dem wenig ausreicht, ganze Sternenflotten mobil zu machen. Dryden schickt Freundin Qi’Ra zur Aufsicht mit. Schon sind wir in einer Abenteuer- und Lovestory, die mehr Drive hat als die parallel laufende offizielle „Star Wars“-Trilogie.

Ein Spacewestern bis zum Showdown. In dem Han und Chewie in der schmutzigsten und unmöglichsten aller vorstellbaren Situationen aufeinandertreffen. Und in dem auch der Besitzerwechsel des Millennium Falken von Space-Zocker Lando Calrissian nicht so reibungslos vonstattengeht, wie der geneigte Fan das bislang vom Hörensagen kannte. In dem Roboter für die Befreiung der versklavten Roboterheit kämpfen und sich etwas zusammenbraut, aus dem die Rebellion gegen die Diktatur erwachen wird. Und in dem sich andeutet, dass Qi’Ra für Han die große böse Liebe werden könnte, das, was Vesper Lynd für James Bond war, eine Liebe, die begründet, warum der gewitzte Outlaw zum Zyniker wurde und auch die Ehe mit Prinzessin Leia nicht gutging. Und vielleicht auch, warum Han den stolzen Falken, der unter Lando noch glänzt wie mit Ajax geschrubbt, binnen weniger Jahre zum ranzigsten Schiff der Galaxis herunterwirtschaften wird.

Chewie – erstmals steckt der Basketballer Joonas Suotamo im Fell – sieht dabei aus wie immer. Ehrenreich dagegen hat nur gelinde Ähnlichkeit mit dem Solo-Darsteller Harrison Ford, aber in seiner Großmäuligkeit ist er 100 Prozent Han Solo, immer auf sein Glück vertrauend, was Chewie üblicherweise mit Wookiee-Lautmalereien kommentiert, die an einen einsamen Seehund erinnern. Kurzum: Wir vom Publikum fühlen uns wie zu Hause in „Solo“. Und nur einmal sind wir irritiert, als ein tot geglaubter Schurke auftritt. Nur, wer die Computertrickserien „Star Wars – The Clone Wars“ und „Star Wars Rebels“ gesehen hat (die weiterhin zum offiziellen Kanon des Franchise gehören), weiß hier Bescheid: Diese „Star Wars Story“ ist noch nicht zu Ende. Sie hat das Zeug zu einer Trilogie.

Klar, Prequels mindern das Mysterium der Charaktere. Wer die Figuren auserzählt, killt ihr Geheimnis und macht sie kleiner. Dass man sich alles immer ganz anders vorgestellt hatte, ist Hollywood egal. Disney lässt die „Star Wars“-Filme derzeit prasseln. Solange sie aber gelingen wie „Solo“, der Fan die eigenen Vorstellungen gern zugunsten der gebotenen Kinoerinnerungen löscht und Disney als Sujet nicht auf die Kindheit von Jabba the Hutt zurückgreift, möge die Macht mit den Micky Mäusen sein.

Von Matthias Halbig

„Solo – A Star Wars Story“, Regie: Ron Howard, mit Alden Ehrenreich, Emilia Clarke, 135 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Filmcenter Feilenfarbik Duderstadt und Neue Schauburg Northeim.

Oscar Wilde – Genie im Exil

Es ist wohl die Rolle seines Lebens: Der britische Schauspieler Rupert Everett hat mit „The Happy Prince“ dem Dichter Oscar Wilde ein filmisches Denkmal gesetzt, übernahm am Ende Hauptrolle und Regie.

Das Ergebnis ist eine Liebeserklärung an den irischen Dichter, aber keine, die ihn verherrlicht, sondern ihn als kranken Mann im selbst gewählten Pariser Exil zeigt.

Zuvor hat er wegen homosexueller Unzucht in einem englischen Zuchthaus gesessen, die Anklage „verdankte“ er dem Vater seines Ex-Liebhabers Lord Alfred Douglas „Bosie“ (Colin Morgan). Das Gefängnis und die Zwangsarbeit haben die Gesundheit des einst gefeierten Dichters ruiniert, genau wie seine gesellschaftliche Stellung. Und mithilfe seiner Freunde Robbie Ross (Edwin Thomas) und Reggie Turner (Colin Firth) hat er jetzt Zuflucht in Frankreich gefunden. Einem tragischen Exil.

Beeindruckend ist die überbordende Leidenschaft, mit der Eve-rett diese Figur spielt. Eine Leistung, die auch die eher biedere Inszenierung vergessen lässt.

Von eco

„The Happy Prince“, Regie: Rupert Everett, mit Rupert Everett, Colin Firth, 106 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen.

Von RND

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