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Regional Kirkeby, Munch, Punk und Stipendiaten
Nachrichten Kultur Regional Kirkeby, Munch, Punk und Stipendiaten
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20:42 07.01.2010
Spektakuläre Schau im Künstlerhaus Göttingen: abstrahierte Landschaftsbilder von Per Kirkeby. Quelle: EF
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Sie habe ausschließlich Landschaftsbilder ausgewählt, teils bis zu zwei Metern groß, erklärt Kaboth. Drei Monate wird die Ausstellung Kirkebys, der zu den bedeutendsten europäischen Künstlern der Gegenwart zählt, im Künstlerhaus zu sehen sein und damit auch den auswärtigen Besucher der Göttinger Händel-Festspiele (14. bis 25. Mai) ein zusätzliches hochkarätiges Kulturprogramm bieten. Ob Kirkeby zur Eröffnung kommen wird, steht noch nicht fest.

Der Kunstverein Göttingen setzt seine Arbeit mit Stipendiaten fort, er intensiviert sie sogar. Voraussichtlich am 14. März wird eine Schau mit dem kryptischen Titel „Vier, sechs, sieben K und die verbotenen Minoren“ im Alten Rathaus eröffnet. Der US-Amerikaner Matthew Antezzo und die Französin Elise Florenty präsentieren darin die Ergebnisse ihrer Kooperation während eines Stipendienaufenthaltes in Worpswede. Ein Stipendium hat das Künstlerteam Lotte Lindner und Till Steinbrenner im vergangenen Jahr nach New York geführt. Verbunden mit der Förderung war die Möglichkeit, sich im Anschluss zwei Ausstellungsorte in Niedersachsen auszusuchen. Sie entschieden sich für Oldenburg und den Kunstverein Göttingen – ein Beleg für den guten Ruf der Institution. Ihre Ausstellung wird am 15. August im Alten Rathaus eröffnet. Zudem ist auch eine Kooperation mit der Göttinger Galerie Ahlers geplant, in der ein weiteres Projekt des Duos zu sehen sein soll. Zum Ende des Jahres steht dann eine Schau mit der ersten Generation der Stipendiaten des Programms zur internationalen Künstlerförderung des Landes Niedersachsen auf dem Programm des Kunstvereins.

Oliver Ahlers plant in seiner Galerie für das vierte Quartal eine Ausstellung mit Graphik des Klassikers Edvard Munch. Ein Termin steht noch nicht fest. Auf neues Terrain begibt sich Ahlers mit einer Schau, die an die Ära des Punk erinnert. Zu sehen sind Stücke aus einer Privatsammlung, darunter Fotografien, Kleidungsstücke und Objekte. Vertreten sind Künstler wie Andy Warhol, die Designerin Vivienne Westwood und Sid Vicious von der Band „Sex Pistols“.

Hannoversche Museen

Ein Blick auf die Ausstellungspläne hannoverscher Museen im Jahr 2010 zeigt: Ein großer Wurf vom Format „Made in Germany“ (2007) oder der spektakulären Schau „Marc, Macke und Delaunay“ (2009) steht in den kommenden Monaten nicht an. Gleichwohl wird viel geboten. So blickt das Sprengel Museum im Sommer auf die zart-jugendlichen Musen der Brücke-Künstler, ein bislang unterbelichtetes Thema. Die badenden Mädchen an den Moritzburger Teichen regten mit ihrer Verspieltheit und Grazie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Max Pechstein zu einigen ihrer schönsten Bilder an („Ein Blick auf Fränzi und Marzella. Zwei Modelle der Brücke-Künstler“, 29. August bis 9. Januar“).

Sparsam plant die Landesgalerie in Hannover – und beschränkt sich weitgehend auf die Präsentation hauseigener Depotschätze. Nach den Porträts (bis 28.  Februar) gibt sie vom 16. April bis 29.  August einen Einblick in die Sammlung von Landschaftsbildern. Die archäologische Hauptschau im Landesmuseum heißt 2010 „Goldener Horizont“ (1. Oktober bis 27. Februar) und versammelt Schätze zentralasiatischer Reitervölker: der Skythen, Awaren und Hunnen.

Einzelschauen zu Larry Sultan (11.  Juni bis 22. August), Nathalie Djurberg (3. September bis 11. November) und Michael Sailstorfer (26. November bis 6. Februar) gehören zu den Glanzlichtern in der Kestnergesellschaft Hannover. „When I woke up there was a note in my pocket that explained what had happened“: Unter diesem bandwurmartigen Titel steht eine Schau des in New York und Berlin lebenden Jason Dodge (6. Februar bis 28. März) im Kunstverein Hannover. Mit David Schnell (10. April bis 30. Mai) wartet der Kunstverein unter der Führung von René Zechlin mit einem der faszinierendsten deutschen Maler der Gegenwart auf. Schnell wurde in Bergisch Gladbach geboren, gilt aber als Vertreter der Neuen Leipziger Schule.

Ein großes Heimspiel hat 2010 der hannoversche Konzeptkünstler Timm Ulrichs. Ursprünglich wollten ihm alle drei großen Kunsthäuser – Sprengel Museum, Kestnergesellschaft und Kunstverein – Ausstellungen widmen, aus Anlass seines 70. Geburtstags (am 31. März). Aus Termingründen kam die Schau in der Kestnergesellschaft nicht zustande. Aber das Sprengel Museum und der Kunstverein ehren Ulrichs gegen Jahresende mit einem Überblick über fünf Jahrzehnte Kunstschaffen. Eine späte Genugtuung für den Künstler, der in Hannover bisher nicht gebührend gewürdigt wurde.

Das internationale Museumsjahr steht im Zeichen runder Jubiläen großer Meister. Sandro Botticellis Todestag kehrt am 17. Mai zum 500. Mal wieder. Noch bis 28. Februar läuft die große Botticelli-Schau im Frankfurter Städelmuseum, die bereits mehr als 100 000 Menschen gesehen haben. Der 400. Todestag seines Landsmannes Caravaggio ist am 18. Juli. Rom ehrt den Meister der dramatischen Helldunkeleffekte mit einer Schau (18. Februar bis 13. Juni, Scuderie del Quirinale). Berlin zeigt eine große Ausstellung zur mexikanischen Meisterin und Stilikone Frida Kahlo – das war überfällig. Die Schau „Frida Kahlo – Retrospektive“ im Gropius-Bau, mit mehr als 120 Werken, darunter bislang unbekannte Bilder und Dokumente, läuft vom 30. April bis 9. August.

Gestorben an Überdosis

Der Leipziger Malerstar Neo Rauch feiert am 18. April 50. Geburtstag. Das Leipziger Museum der bildenden Künste (18. April bis 15. August) und die Münchener Pinakothek der Moderne (20. April bis 15. August) widmen ihm Ausstellungen. Ebenfalls 50 Jahre alt geworden wäre Jean-Michel Basquiat, doch er starb bereits 27-jährig an einer Überdosis Drogen. Seine Gemälde werden heute zu zweistelligen Millionenbeträgen gehandelt. Die Fondation Beyeler in Basel widmet Basquiat von 9. Mai bis 5. September eine Ausstellung. Ehrgeizige Pläne hat Hamburg. Die dortige Kunsthalle hofft, mit einer großen Pop-Art-Schau („Pop Life“, 12. Februar bis 9. Mai) eine halbe Million Besucher anzuziehen. Eine vielversprechende Themenschau ist „Macht zeigen – Kunst als Herrschaftsstrategie“ (19. Februar bis 13. Juni, Deutsches Historisches Museum Berlin). Es geht um die erstaunliche Karriere der bildenden Kunst als Statussymbol in Wirtschaft und Politik, wie sie seit einigen Jahrzehnten zu beobachten ist.

Von Peter Krüger-Lenz und Johanna Di Blasi

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