Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Der Geist von Springsteen
Nachrichten Kultur Regional Der Geist von Springsteen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 27.04.2017
Klangkollagen: Terje Nordgarden im Göttinger Apex. Quelle: Jörg Linnhoff
Anzeige
Göttingen

Sein letztes Tondokument, ein Live Konzert, das er in Dresden hatte mitschneiden lassen, gibt einen sehr guten Eindruck von der Spannung und Intensität seiner Solo Konzerte. Sein eindringlicher Gesang wird dabei nur von seinem vielfältigen Gitarrenspiel und Harmonika begleitet. Zusätzlich setzt er zur Klangvervielfältigung eine Loopstation ein.

Schnell wird deutlich, woher die Vergleiche mit Springsteen kommen. Nordgardens Stimme hat die gleiche Kraft und Magie. Und er erscheint ähnlich bodenständig und besticht durch seinen lockeren, aufgeschlossenen Umgang mit dem Publikum.

Der Titel seines ersten und neuen Songs „I ain´t gonna let her let me on no more“ ist fast schon ein ganzer Text und Liebeslied zugleich. Auch in „Sometimes you let the good things die“ geht es um Liebe. Entstanden ist das Stück während seiner Zeit in Italien. Alle Songs strahlen von Beginn an eine unglaublich positive Energie aus, mit einer Inbrunst gesungen, die Ihresgleichen sucht.

Nordgarden lebt seine Lieder mit großer Intensität und Bühnenpräsens. Dabei entlockt er seiner Gitarre faszinierende Klangkollagen, schichtet per Loops Melodien und Gesangsstrukturen übereinander und schafft so einen mitreißend opulenten Sound. Und wenn er zur Harmonika greift spürt man seine Liebe für amerikanische Songwriter. Scherzhaft vergleicht Nordgarden „Boy-Bands“ mit „One-Man-Bands“ und sieht in der Wahl,  Musiker zu sein, ein Leben in ständiger Krise.

Norweger lieben die Natur und ihre Berge. „Wide open spaces“ ist ein ruhiger neuer Song, den er zurückgezogen in der atemberaubenden norwegischen Natur geschrieben hat. Zu „Up on the hillside“ spielt Nordgarden ein weiträumig klingendes Bottleneck-Intro, legt per Loop eine rhythmische Melodie unter, greift zur Mundharmonika und kreiert ein faszinierend großräumig klingendes Werk.

In „B Minor Tinitus Blues“ lässt er die restlos begeisterten Besucher teilhaben an einem berauschenden Abstieg in seine Gefühlswelten nach einem Abend mit zu viel Alkohol und Zigarettengenuss, zu dem ihn am nächsten Morgen beim Blick in den Spiegel der Teufel erscheint. Credo und Hoffnung zugleich könnte da der Titel seiner neuen Single „You must be the change“ sein, eine Rock-Hymne, die zum Abschluss doch noch mal den Geist von Springsteen beschwört.

Von Jörg Linnhoff

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige