Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Klassik trifft Kitsch beim OGM-Konzert in Göttingen

Weihnachtsmusik Klassik trifft Kitsch beim OGM-Konzert in Göttingen

Weihnachtslieder haben schöne Melodien. Doch so richtig zu strahlen beginnen sie erst, wenn sie von einem Orchester festlich interpretiert werden. Das dachten sich auch die Musiker des Orchesters Göttinger Musikfreunde bei ihrem Weihnachtskonzert in der Göttinger Paulus-Kirche.

Voriger Artikel
Viel Wohlklang
Nächster Artikel
Goethes Managerin und Geliebte

Winter-Weihnachtskonzert mit dem OGM unter der Leitung von Johannes Moesus mit Werken von Carl Nielsen, Felix Mendelssohn-Bartholdi, Otto Nicolai und wohlbekannten Weihnachtstraditionals.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Ihr besinnliches Weihnachtskonzert in der Göttinger Paulus-Kirche hatte am Sonnabend Weihnachtslieder auf dem Programm, die man in dieser orchestralen Erhabenheit selten hört.

Festlich und würdevoll begann das Konzert mit der Symphonischen Rhapsodie F-Dur des großen dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865-1931). Unter dem Dirigat von Johannes Moesus formte das rund 70-köpfige Orchester das Werk zwischen leichten himmlischen Sphären und gewaltigen impulsiven Momenten. Anschließen wurde es dann wirklich weihnachtlich: Die aus Hörden am Harz stammende Sopranistin Jacqueline Borchert-Seng sang den Choral und die Arie „Sei willkommen, du edler Gast“ von Felix Mendelssohn (1809-1847) und die getragene Arie „Maria an der Krippe“ von Joseph Rheinberger (1839-1901). Die hohe und klare Stimmlage der Sängerin passte für diesen Anlass genau: sie klang hell und engelhaft.

Einer der Glanzpunkte des Abends war die „Petite Suite“ von Claude Debussy (1862-1918). Das Orchester schenkte diesem frühen Werk des Franzosen mit seinen vier atmosphärischen Sätzen ganz unterschiedliche Stimmungen zwischen getragen, bewegt und tänzerisch leicht. Zugleich glänzten hier insbesondere die Bläser durch solistische Leistungen.

Eine Extraportion Kitsch

Bei den Weihnachts-Traditionals durfte und sollte das Publikum mitsingen: „God Rest You Merry, Gentlemen“, das eingängige „Ding! Dong! Merrily on High“ und „Jingle Bells“ bekamen mit Orchester eine ganz neue Dimension. Der Evergreen „White Christmas“ erhielt durch die Streicher eine gehörige Extra-Portion Kitsch - aber das darf zu Weihnachten schon mal sein.

Für viele Besucher war es sicher ein Erlebnis, einmal ein Werk von Felix Mendelssohn selber zu singen. Dirigent Johannes Moesus forderte das Publikum auf, das von Mendelssohn vertonte und im Programm abgedruckte Weihnachtslied „Hark! The Herald Angels Sing“ mit zu singen. Das mit Klangfülle intonierte Stück war eine gemeisterte Kraftleistung für das Orchester.

Gut gewählt war der Abschluss des Konzerts: Otto Nicolais (1810-1849) Weihnachts-Overtüre über den Choral „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Das Orchester bewies seinen langen Atem durch die aufwühlende Dramatik am Anfang dieses Werkes. So ließen die Musiker die erhebende Stimmung der Geburt von Jesus Christus geradezu erlebbar werden. Packend war dann der plötzliche Wechsel in eine ganz friedliche Stimmung mit der schönen Melodie „Vom Himmel hoch“. Ergriffen und begeistert applaudierte das Publikum - die Zuhörer haben den Geist von Weihnachten an diesem Abend spüren können.

Von Udo Hinz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag