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Koloraturen verspielt umschmeichelt

Telemann Ensemble Koloraturen verspielt umschmeichelt

Das Telemann Ensemble Göttingen hat sein 30-jähriges Bestehen mit einem barocken Kammerkonzert im Alten Rathaus zum ersten Advent gefeiert. Natürlich gehören zu einer gelungenen Feier auch Gäste: Neben dem Publikum fand sich das Boreas-Quartett aus Bremen ein, das zusammen mit Joshua Keller an der Viola da gamba weite Teile des Konzerts bestreiten durfte.

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30 Jahre Telemann Ensemble: H. Weckesser, E. Binder und E.-M. Schröder-Becker (von links).

Quelle: Heller

Zu hören gab es nicht nur Werke aus der Zeit des Vielschreibers Georg Philipp Telemann, sondern auch ein breites Spektrum an Stücken aus der Renaissance, die von den vier Blockflöten des Boreas-Quartetts überzeugend intoniert wurden. Besonders zu loben ist die Idee Luise Manskes, Jin-Ju Baeks, Julia Fritz’ und Elisabeth Champollions, mehrere Kompositionen unterschiedlichster Herkunft über einen Cantus Firmus miteinander zu verbinden. So gelang es dem jungen Quartett, die kontrastierenden Affektgehalte des „In Nomine“ stimmig zu verknüpfen.
Die Geburtstagskinder selbst, bestehend aus Eva-Maria Schröder-Becker (Sopran), Helmut Weckesser (Bass) und Erdmuthe Binder (Cembalo), hielten sich mit nur wenigen Beiträgen vornehm zurück. Schade eigentlich, da besonders Weckesser mit seiner festen und tragenden Stimme in der Kantate für Bass und basso continuo „Ad festa, fideles“ von Giovanni Antonio Rosetti überzeugen konnte.

Die Stimme Schröder-Beckers profitierte in der Kantate „Lauter Wonne, lauter Freude“ Telemanns von der zusätzlichen Instrumentalbegleitung durch Elisabeth Champollion, deren melodische Linien die Koloraturen verspielt umschmeichelten. Auch die Zugabe des Abends kam vom Boreas-Quartett, das mit dem Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel einen bekannten, aber würdigen Abschluss eines im ganzen doch gelungenen Adventskonzertes fand.

Von Jonas Rohde

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