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„Konfetti 2013“: Göttinger Symphonie-Orchester in der Stadthalle

Radetzky nach New Orleans „Konfetti 2013“: Göttinger Symphonie-Orchester in der Stadthalle

Denkt man an die infernalischen Karnevalsumzugsbilder, die die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten jährlich mit aller Macht verbreiten, darf man sich in Göttingen angesichts der weitgehenden Faschingsruhe noch sicher fühlen.

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Flügel verkehrt herum: Konzertmeisterin Natalie Kundirenko (2. v. l.) mit dem Dirigenten Ekhard Wycik und Musikerkollegen.

Quelle: Theodoro da Silva

Ob man das Karnevalstreiben nun mag oder nicht: Auf jeden Fall ist es sympathisch, wenn sich die hauptberuflichen Anzugträger für einen Abend mal nicht zu benehmen brauchen: Das Göttinger Symphonie-Orchester bot unter dem Titel „Konfetti 2013“ einen „musikalischen Spaß in zwei Akten“ in der Göttinger Stadthalle.

Das dritte Konzert des Promenadenzyklus feierte einen Tag zuvor bereits in Duderstadt Premiere, die Göttinger Stadthalle war dennoch gut gefüllt. Musikalisch gab es zwar das übliche gehobene Tschingderassabumm der Familie Strauss um die Ohren, aber unter den Walzern und Märschen verbargen sich einige Kostbarkeiten, von denen sich auch die Wiener Philharmoniker eine Scheibe abschneiden könnten.

Verschiedene Variationen über den Radetzky-Marsch hauchten dem Neujahrsschlager endlich neues Leben ein und spätestens als in der letzten Reihe ein Waschbrett gezückt und Radetzky nach New Orleans katapultiert wurde, war die Reanimation geglückt.

Begleitet wurde das bunte Programm von den überhaupt nicht „ Stillen Hunden“: Christoph Huber und Stefan Dehler führten als guter und böser Clown sympathisch durch den Abend und schreckten auch vor einem Tänzchen mit verschiedenen Konzertbesuchern nicht zurück.

Auch der Dirigent Ekhard Wycik legte nicht nur eine straffe und lebhafte Orchesterführung, sondern auch viel Humor bei der spontanen Interaktion mit Dehler und Huber an den Tag – und das, obwohl er erst zwei Tage vor dem Konzert erfahren hat, dass  er den eigentlichen „Taktstockquäler“ (Zitat Stefan Dehler) krankheitsbedingt vertreten muss.

Übrigens hätte die erste Konzertmeisterin Natalie Kundirenko als Schmetterling für ihr schönes Kostüm gelobt werden können, aber dummerweise hatte sie sich ihre Glitzerflügel verkehrt herum umgeschnallt. In der Kölner Philharmonie hätte man ihr das nicht durchgehen lassen.

Von Jonas Rohde

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