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Regional Reif für die große Bühne
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00:27 19.03.2018
Hat mit neuen Inspirationen zu großen Pop-Songs gefunden: Die australische Sängerin Kat Frankie. Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

Ihr aktuelles Album „Bad Behaviour“ ist geprägt von neuen Sounds und Airplay tauglichen, teils mainstreamigen Songs wie auch experimentellen Ausflügen in die elektronische Musik. Die groovigen Pop-Nummern mit Trip-Hop Einschlägen wirken lebhaft rund und haben Ohrwurmcharakter.

Den Support des Abends gibt Richie Setford, der auch Gitarrist in Frankies Band ist. Der neuseeländische Singer-Songwriter singt mit tiefer Stimme mystische Songs im Stil von Nick Cave oder Fink. Er war mit Max Prosa auf Tour und lebt genau wie Kat Frankie in Berlin. Lieder wie „Crickets“, „Act Of A Child“ oder „Oh Great Unknown“ gehen in ihrer Melancholie direkt unter die Haut. Sein eher ruhiger Auftritt wurde leider von permanent lauter Unterhaltung eines Großteils des Publikums begleitet.

Auch Frankie beginnt ihr Konzert mit ruhigen, älteren Songs wie „The Saint“. Diese wirken fast wie ein „Warm Up“ für ihre unglaublich intensive, variationsreiche Stimme, bevor sie mit „Swallow You Whole“ vom neuen Album ein erstes Zeichen in ihre musikalische Jetztzeit setzt.

Fast zeremonienhaft zelebriert sie ihre Songs. Wenn sie sich mit dem Mikrofon in den Hintergrund der Bühne zurückzieht, um mit gesengtem Kopf inbrünstig ganz für sich zu singen, erinnert sie an die frühe Patti Smith. Dabei wird sie neben Setford von Albertine Sarges, Keyboards, Chris Rodriguez, E-Bass und Robert Kretzschmar an den Drums unterstützt, die ihre Songs und Sounds kongenial instrumentiert aus dem Studio auf die Live-Bühne bringen.

In intimen Momenten nur zur Keyboardbegleitung oder auch ganz allein mit Hilfe ihrer Loopstation ist sie dann wieder die „alte“ Kat Frankie. Wehmut und Melancholie werden getragen von ihrem leidenschaftlichen Gesang. In „Back To Life“ verfremdet sie ihre Stimme dragmäßig in tiefere Lagen und erinnert an James Blake.

Die fröhlich tänzelnde Melodie des Titelstücks „Bad Behaviour“ zeigt deutlich, wohin ihr Weg geht. Mit ihren lebhaft groovigen, schillernden Pop-Nummern hat sie sichtlich Spaß auf der Bühne.

„Spill“ ist eines dieser magischen Stücke, mit dem sie sich von der Bühne verabschiedet, um dann noch mal zum rhythmischen Klatschen des restlos begeisterten Publikums mit „Home“ ein krachendes Ende im Heavy Metal Stil zu setzen.

Ihre Arbeit in dem Duo Keøma, mit dem sie 2016 beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest angetreten ist, wie auch Auftritte mit großen Pop-Acts, die ihr großen Spaß bereitet hätten, waren Inspiration für ihre Neuausrichtung, wie die aufgeräumte Sängerin nach dem Konzert am Merchstand zwischen Selfies und Autogrammen erzählt.

Kat Frankie und Pop das passt, auch für die Große Bühne.

Von Jörg Linnhoff

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