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Regional Konzert im Goethe-Institut: „Nanaya“
Nachrichten Kultur Regional Konzert im Goethe-Institut: „Nanaya“
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17:19 14.06.2013
Verbinden Klangwelten: die Band „Nanaya um Sängerin Soti. Quelle: CR
Göttingen

So ähnlich funktionieren auch die Texte der Stücke, die Thea Soti mit einer mal glasklaren und mal jazzigen Stimme zum Besten gibt. Sie singt zwar in vielen Sprachen (Ungarisch, Portugiesisch, Spanisch), einige stimmliche Passagen klingen sogar wie eine Flöte oder ein Saxofon. Das improvisierte Klangspiel ist Markenzeichen der Gruppe. Es mischen sich Melodietraditionen aus Ungarn mit Tonfolgen des nahen Ostens. Dabei entsteht ein einzigartiger, faszinierender Rhythmus.

Verläufer der Laute und Gitarre

Daniel Scholz spielt die Oud, einen Vorläufer der Laute und der Gitarre, der sich vom osmanischen Reich aus nach Mitteleuropa verbreitet hat, Johannes Keller Kontrabass, Jonas Pirzer Schlagzeug weitere Perkussionsinstrumente.

Die aus Ungarn stammende Sängerin Soti  ist der Meinung, dass alles, was wir an uns haben, Klänge erzeugt, mit denen es sich lohnt zu experimentieren. Deshalb ist es auch kein Problem, als sich nach der Pause ihre Halskette in dem aus Afrika stammenden Zupfinstrument Kalimba verheddert. Sie integriert diesen Zufall kurzerhand in ihr Spiel: „Man darf keine Angst haben, vor dem, was man produziert“, lautet ihre Devise und damit scheinen die jungen Musiker gut zu fahren.

Breites Repertoire

Ihr Repertoire reicht von einer Version Béla Bartóks „Ein Abend am Lande“ über kubanische Liebeslieder („Ella y yo“) bis hin zu selbstkomponierten Stücken, wie Daniels „Yavas, Yavas“. Das Schöne ist, dass ihre Lieder, neben der meditativen Wirkung, die sie entfalten, auch Geschichten erzählen. Dadurch wird es möglich, komplett in die neue Klangwelt zu versinken. Mal geht es um ein türkisches Mädchen („Sabayan“), das sich im Wald verirrt, mal um den Wunsch, zum Blut des Geliebten und nicht zu Staub zu werden, um immer bei ihm bleiben zu können („Édes Szeretöm“).

Die vier Musiker kommen von der Musikhochschule Hannover. Die Professionalität und Genauigkeit in der Darbietung merkt man ihnen an. Obwohl viel improvisiert wird, ist nicht zu überhören, dass hier Könner am Werk sind. Die rund 20 Zuhörer sind begeistert.

Von Sarah Lodder

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