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Regional Konzert in St. Johannis in Rosdorf: „Barock trifft Moderne“
Nachrichten Kultur Regional Konzert in St. Johannis in Rosdorf: „Barock trifft Moderne“
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00:19 19.08.2013
Eingespieltes Duo: Geiger René Hirschfeld und der Gitarrist Sebastian Albert. Quelle: Vetter
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Rosdorf

In der St.-Johannis-Kirche in Rosdorf präsentierte er angezogen nicht nur seine Eigenkomposition „Tanz des Noeck“ für Solo-Violine sondern zusammen mit dem Gitarristen Sebastian Albert ein zweistündiges Programm, das vom Barock in die Moderne führte und mit einer „Histoire du Tango“ (einer Geschichte des Tangos) endete. Das Konzert war Teil der Reihe „Kultur im Kreis“.

Als "Gomez" bekannt

Albert, der seine Schul- und Studienzeit in Göttingen verbracht hat und in der Universitätsstadt als „Gomez“ bekannt ist, organisierte von 1988 bis 2000 die „Göttinger Gitarrentage“. Dort traf er auf Hirschfeld, und ihre musikalische Zusammenarbeit brachte bisher die CDs „Sonaten & Meditationen“ und „Lyrics“ hervor. Ihr Anliegen sei es zu zeigen,  dass zeitgenössische Musik – entgegen der landläufigen Meinung – ebenfalls tänzerischen Rhythmus und Melodien zu bieten hätte.

Werke von Vivaldi

In der ersten Hälfte präsentierten Albert und Hirschfeld Werke von Vivaldi, zum Teil in neuen Bearbeitungen wie bei Auszügen aus Bachs Sonate Nr. 3 C-Dur, die eigentlich für Violine solo geschrieben ist, und die nun filigran und fein gespielt auf der Gitarre erklingt. Das Zusammenspiel bei Vivaldis Sonate a-Moll ist aufmerksam, zuweilen etwas brav, es fehlt die Wucht und treibende Kraft des Generalbasses, der hier durch die Gitarre vertreten ist.

Gefälliger Abschluss

Den gefälligen Abschluss dieser Begegnung zwischen Barock und Moderne bilden drei Stationen aus der Geschichte des Tangos von Astor Piazzolla. Das erste Stück mit dem Titel „Bordel“ sei exemplarisch für den Tango um 1900, erläutert Albert. Noch sei der Tango fröhlich, überschäumend und etwas anrüchig gewesen. Die Melancholie, die man heute mit dem Tango verbinde, sei erst um 1930 herum entstanden, als der Tango in die Bohème gelangte. Passend dazu interpretierten Hirschfeld und Albert „Café“. Mit „Nightclub“, komponiert im Jahre 1960, habe durch Piazzolla der Jazz und Bossa Nova in diese Musikrichtung Einzug gehalten, so Albert.

Nach dem leidenschaftlichen und virtuos gespielten Abschluss dieses Konzertes, das über weite Strecken einen besinnlich meditativen Charakter zeigte, gab es als Zugabe noch einen kurzen Kanon von Bach, „zum Runterkommen“, hieß es augenzwinkernd. Notwendig war dies nicht.

Von Marie Varela

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