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Regional Konzert von Les Escapades in Göttinger St. Nikolai
Nachrichten Kultur Regional Konzert von Les Escapades in Göttinger St. Nikolai
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20:08 22.06.2014
Les Escapades: Franziska Finckh, Adina Scheyhing, Barbara Pfeifer und Sabine Kreutzberger (v.links). Quelle: Heller
Göttingen

Polyphone Fantasien, tänzerische Suiten und solistisch angelegte virtuose Stücke: Franziska Finckh, Sabine Kreutzberger, Barbara Pfeifer und Adina Scheyhing zeigen auf Diskant-, Alt- und Bassgamben wie unterschiedlich die damalige Gambenmusik war.

Sie eröffnen den Abend kontemplativ mit einer Fantasie von Alfonso Ferrabosco (1575-1628) und zwei Stücken von Orlando Gibbons (1583-1625). Alle vier Gamben spielen hier gleichberechtigt, ihre Melodielinien durchweben sich mehrstimmig und verschmelzen immer wieder im harmonischen Gleichklang.

Solistischen Kunst

Doch es geht auch anders: Den Schritt von der Ensemble-Musik zur solistischen Kunst verdeutlicht das Consort mit „The Passion of Musicke“ von Tobias Humes (um 1569-1645). Hier solieren eine Alt- und eine Bassgambe über zwei begleitende Bassgamben. In Christopher Simpsons (1605-1669) „Division in a“ zeigen die Musikerinnen wie virtuos damals improvisiert wurde.

Ganz anders wirkt William Byrds (1543-1623) „Sellenger’s Round“. Das volksliedhafte Thema wandert von Instrument zu Instrument und leuchtet in immer neuen Klängen. Die konzentriert spielenden Musikerinnen mischen die mit warm klingenden Darmsaiten bespannten Gamben für jede Komposition neu.

Dunklen Klang

Sind im Quartettklang zwei Diskantgamben im Spiel klingt die Musik plötzlich strahlend; sind dagegen Bass- und Altgamben im Einsatz bekommt die Musik einen dunklen Klang. Als sich das Ensemble bereits nach einer Stunde vom applaudieren Publikum verabschiedet ist klar: Die Kunst der späten englischen Gambenconsorts ist ein besonders faszinierendes – aber auch unterschätztes – Genre in der Alten Musik.

Von Udo Hinz

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