Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Flimmernde Textcollagen und federleichter Gesang
Nachrichten Kultur Regional Flimmernde Textcollagen und federleichter Gesang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:42 22.09.2017
Konzert im Nörgelbuff: Louka aus Berlin. Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Den Abend eröffnen durften vorweg Gitarrist und Sänger Jannes Schreiber von der Band „Tom Schreibers Blume“ gemeinsam mit dem in der Göttinger Musikszene allgegenwärtigen Tastenmann Christian Giersig („Ich war ein Klavier“). Mit „Such dir ’nen Titel aus“ überrascht Schreiber das noch munter plaudernde Publikum mit angerauter Stimme aus dem Thekenraum kommend, bevor Giersig am E-Piano mit einsteigt.

Loukas Texte entstehen nach eigener Aussage aus Beobachtungen in der U-Bahn, aufgefangenen Gesprächsfetzen oder sind inspiriert von Plakaten und Zeitungstexten. All das schreibt sie in einem Notizbuch auf, das sie immer mit sich führt. Die daraus resultierenden Textcollagen stehen Pate für die Inhalte ihrer Songs.

Das Besondere lässt letztendlich den Funken zum Publikum überspringen ist ihre Erkenntnis, die sie aus ihrer Arbeit mit Theatermusik am Theater in Zürich gezogen hat. Es sind diese kleinen speziellen Momente, die sie auffängt im Theater, Kino oder auch beim Lesen.

„So nah dran, Wolken aus Atem, Euphorie ist die Energie, die meine Gedanken in Bewegung übersetzt. Und es flimmert, es flimmert, es flimmert unter meiner Haut. Es treibt, treibt, treibt uns voran“ singt sie gleich zu Anfang in ihrem Song „Flimmern“, untermalt von zarten akustischen Gitarrenklängen und dezenter Bass-Drum. Letztere steuert Johann Seifert bei, der seit vielen Jahren Loukas musikalischer wie auch privater Begleiter ist und den sie liebevoll „meine Band“ nennt.

Ihr erstes vollständiges Album erscheint offiziell am Tag nach ihrem Auftritt unter dem Titel „Lametta“. Sie haben es natürlich schon dabei. Das Wort „Lametta“ verzahne die einzelnen Stücke des Albums und stehe für sie unter Anderem für den Glanz einer Großstadt, der sich beim genaueren Hinschauen aber schnell relativiere, wie sie im Gespräch nach dem Konzert erzählt.

Sie ist vor drei Jahren nach Berlin gezogen, hat dort aber nach eigener Aussage ihren Platz noch nicht gefunden. In dem schwungvoll groovigen „Berlin Berlin“ singt sie zu Beginn „Du hältst mich wach, ich halt dich aus, wenn dich ein Wort beschreiben müsste wär es bittersüß...“ um dann in „Dominosteine“ die Unverbindlichkeit der Menschen in Berlin zu thematisieren.

Ihr Gesang schwebt federleicht über Seiferts genial akzentuierten Keyboardsounds, verliert sich manchmal leicht hallunterstützt im Raum oder schwingt sich in Höhen, die an Kate Bush erinnern. Dabei arbeitet sie mit zwei Mikrofonen im Wechsel. Musik und ihre deutschen Texte harmonieren wunderbar flüssig miteinander.

Lautstarke Zugabe-Rufe runden das mitreißend emotionale Konzert ab und „voller Glück“ verabschieden sie mit „Niemals bereut“ die begeisterten Besucher, von denen sicher niemand diesen Konzertbesuch bereut hat.

Von Jörg Linnhoff

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen 34. Göttinger Kinderfilmfest - Acht Kinderfilme an acht Tagen

Ausgewählte Kinderfilme zeigt das Kino Lumière beim 34. Göttinger Kinderfilmfest. Die Besucher erwarten zwischen dem 1. und 8. Oktober acht Filme an acht Tagen. Eine zehnköpfige Kinderjury wird am Ende entscheiden, wer das Gänseliesel für den besten Film verliehen bekommt.

22.09.2017
Regional 26. Göttinger Literaturherbst - Ministerin kommt zur Eröffnung

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur kommt zur Eröffnung des Göttinger Literaturherbstes am Freitag, 13. Oktober. Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) wird nach Literaturherbst-Angaben an der Gesprächsrunde um 19 Uhr in der Paulinerkirche teilnehmen.

22.09.2017
Regional Kunstausstellung documenta - Millionen-Defizit: Geld floss nach Athen

Die documenta 14 hat 5,4 Millionen Euro mehr ausgegeben, als sie hat. Das Geld floss nach bisherigen Erkenntnissen hauptsächlich in den zweiten Ausstellungsstandort Athen. Das Land Hessen und die Stadt springen nun ein.

22.09.2017