Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Kraftvolle Melodien und anmutige Tänze

Tanz-Kultur-Tage Kraftvolle Melodien und anmutige Tänze

Die Frage beim Betreten der Alten Fechthalle in Göttingen am Donnerstagabend war für alle Zuschauer der szenischen dargebotenen Kantate von Karl Orff „Carmina Burana“ gleich: Wo setzte ich mich am besten hin?

Voriger Artikel
„Das Musik-Business hat mir gestunken“
Nächster Artikel
Braver Beat mit reichlich Punk gewürzt

Inmitten des Publikums: Tänzerinnen in der Alten Fechthalle.

Quelle: JV

Die Stühle waren nämlich kreisförmig so angeordnet, dass das Publikum das Rad der Schicksalsgöttin Fortuna formte. Wo auch immer man Platz nahm, war man Teil der Aufführung.

Das machte Aufführung besonders wirkungsvoll. Auf der einen Seite der Fechthalle intonierte der Göttinger Kammerchor unter der Leitung von Bernd Eberhardt diese kraftvoll. Von der anderen Seite bewegten sich immer wieder die Mitglieder des Tanz-Ensembles der Göttinger Ballettschule „art la danse“ ins Schicksalsrad und zeigten inmitten des Publikums ihr Können.

Die drei Teile, in die Orff seine Kantate gegliedert hat, wurden von den Tänzerinnen und Tänzern leidenschaftlich interpretiert. Beim Erwachen des Frühlings formten die jungen Frauen eine Blüte, deren Knospe aufsprang und so mit der Ankunft der Maienzeit auch die der Liebe ankündigte. Besonders amüsant war auch der zweite Teil „In Taberna“, bei dem die vier jungen Tänzer ein opulentes Gelage zeigten. Selbst ein trunkenes Wanken sieht getanzt anmutig aus. Am Ende tänzelten sich die jungen Liebenden dann in die Arme.

Für die Choreographin Judith Kara ist mit dieser Aufführung ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen. „Seit dem Ende meiner Ausbildung wusste ich, dass ich die Carmina Burana aufführen möchte“, sagte sie. Ihr ist es ein großes Anliegen, im Rahmen der Göttinger Tanz-Kultur-Woche professionelle Musiker mit ihrem Tanzensemble zusammen zu bringen. Das ist wieder einmal eindrucksvoll gelungen. Vor allem die Solisten Linda Heins (Sopran), Mathias Schlachter (Tenor) und Thomas Scharr (Bariton) meisterten die anspruchsvollen Partien bravourös. Begleitet von dem Klavierduo Esther Seung-Hyun Lee und Sung Chang, sowie den Schlagzeugern, Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, war dieses Tanztheater ein Genuss.

Von Sarah Lodder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag