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Regional Kulturmanagerin Inga Kottke bringt viel junge Musik in die Stadt
Nachrichten Kultur Regional Kulturmanagerin Inga Kottke bringt viel junge Musik in die Stadt
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00:18 15.04.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Gestartet in Bonn, durchgestartet in Göttingen: Inga Kottke. Quelle: Vetter
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Göttingen

Es sei 2007 gewesen, sagt die heute 30-Jährige. Sie habe nach ihrem Studium der Komparatistik, Anglistik und Musikwissenschaft in Göttingen in Bonn gewohnt. Weil dort nicht so viel los gewesen sei, habe sie angefangen, selbst Wohnzimmerkonzerte zu organisieren. 2009 kam Kottke zurück nach Göttingen.

Sie veranstaltete Konzerte im Schröder, später auch im Pools, „gegen Freigetränke“. Erst nach Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) professionalisierte sie ihr Engagement.

2011 dann trat sie die zweijährige Volontariatsstelle Kulturmanagement im Göttinger Apex an, mittelmäßig bezahlt, aber mit großen Freiheiten in der Programmplanung.

Und Kottke legte los. Sie hob Konzertreihen mit Bands aus Skandinavien, Großbritannien oder Kanada aus der Taufe, suchte weitere Veranstaltungsorte wie einen Friseursalon in der Innenstadt der nach Feierabend dann erst zur Konzert-, danach dann zur Partylocation wurde und füllte ganz nebenbei das Apex mit einem Publikum, dass sich schon länger von dort verabschiedet hatte: mit hippen Menschen zwischen 20 und 30.

Der Vertrag  mit dem Apex-Verein lief im Januar aus, Kottke war inzwischen Mutter geworden. Eine weitere Zusammenarbeit sei an Gehaltsvorstellungen gescheitert, erklärt Kottke, das Mieten der Apex-Räume für Konzerte auf privatwirtschaftlicher Ebene mit allen Kosten zu riskant. Doch Kottke war vorbereitet.

Ihr Erfolgsrezept?

Über ihre Konzerte im Pools habe sie mitbekommen, dass die Gastwirtschaft im Sommer 2012 an einen Gastronomen aus Hamburg übergehen sollte. Im September kam auch noch die Gaststätte im Jungen Theater (JT) dazu. Kottke fragte telefonisch nach, was der Wirt dort plane – und erhielt eine Halbtagsstelle für Kulturmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Kottke: „Für mich lief das ganz gut.“

Inzwischen bespielt Kottke in Göttingen fünf Bühnen regelmäßig, darunter weiterhin die JT-Gaststätte und das Pools, die Alte Mensa und das Blue Note und seit kurzem auch das Hostel 37 in der Groner Landstraße.

Ihre Planungen für 2013 sind weit fortgeschritten, aber längst nicht abgeschlossen. Eine Konzertreihe im Innenhof des Pools zwischen der Barfüßer und der Roten Straße stellt sie sich als „kleines, langgestrecktes Festival“ vor. Hanseatisches Flair will sie mit der Reihe „Nordlicht“ verbreiten, das heißt: Hamburger Bands und Pils von Astra.

Ihr Erfolgsrezept? Kottke überlegt kurz und sagt: „Ich denke nicht so viel darüber nach – nur, ob genug Zeit zwischen den Konzerten liegt“, sagt sie und lächelt. Doch kommt eine Band, die ihr gefällt, ist auch das egal, sie wird gebucht. Dann fällt ihr doch noch etwas ein: „Vielleicht bin ich näher dran an der Klientel.“

Ach ja, Kottke hat natürlich eine musikalische Vergangenheit. Im Wendland aufgewachsen, traf sie in der Musikschule auf Sir Simon, den sie heute gerne bucht, und auf die Madsen-Brüder. Heute spielt sie in einer Frauen reinen Frauenband, die „Daughters of Doom“ mit Reh als Band-Logo.

Ein eigenes Album haben sie bereits veröffentlicht. „Wir haben 5000 Stück, die müssen raus.“ Da spricht die Kulturmanagerin Kottke.

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