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Regional Kunstverein Göttingen zeigt Ausstellung „Incidents“
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19:48 01.07.2018
Eröffnung der Ausstellung „Incidents“ mit Werken der Künstlerin Marina Pinsky im Alten Rathaus Göttingen Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Den künstlerischen Schwerpunkt Marina Pinskys bildet Fotografie in verschiedensten Formen.

Beinahe schüchtern wirkte Künstlerin Marina Pinsky bei der Ausstellungseröffnung am Freitag im Alten Rathaus. Als Kuratorin Tomke Braun die Besucher auf eine Installation aufmerksam machte, vor der Pinsky stand, trat diese schnell und mit einem bescheidenen Lachen zur Seite, so als sei ihr das Rampenlicht nicht ganz Geheuer. Dabei könnte man annehmen, nach Einzelausstellungen in New York, Sydney, Basel und Brüssel sei sie daran gewöhnt, im Mittelpunkt zu stehen. Die 1986 in Moskau geborene Künstlerin hat in Boston und Los Angeles Kunst studiert, lebt und arbeitet nun in Berlin. „Incidents“ im Alten Rathaus ist ihre erste Einzelausstellung in Deutschland.

Ein wiederkehrendes Motiv ist der Blick aus einem Fenster. Oft handelt es sich dabei um Ausblicke aus Pinskys Ateliers. Draußen ist das Stadtbild zu sehen, während sich in den offenen Fenstern Gebäude spiegeln, die nicht in die Umgebung zu passen scheinen oder ein Treppenhaus, das nicht wirklich da sein kann. „Marina schichtet die Bilder analog und fotografiert sie wieder ab“, erklärt Braun die Technik der Künstlerin. In diesem Fall hatte sie die Fensterscheiben mit Fotografien von Gebäuden und Treppen beklebt und abfotografiert. In einem anderen Raum werden Schwarzweißbilder an die Wand projiziert. Mal kann der Betrachter eine Badeszene am See beobachten, mal an einer Expedition teilnehmen. „Jedes der Bilder trägt lose Fäden in sich, die es sich lohnt weiter zu denken“, regt Braun die Besucher an.

Werke eingebettet in das Thema Zeitlichkeit

Die Ausstellung ist Teil des Jahresprogramms des Kunstvereins Göttingen, der sich auf überregionale und internationale Künstler spezialisiert hat. Vorgeschlagen wurde Pinsky von Kuratorin Braun, die bei einer Ausstellung in Basel auf die Künstlerin aufmerksam geworden war. Wenn junge Künstlerinnen entdeckt werden, stünden sie meist unter dem Druck, ständig Neues zu produzieren, erklärte Braun. „Marina dagegen hat sich darauf eingelassen, zu schauen, was haben wir denn eigentlich schon. Und daraus etwas Neues zu gestalten.“ So kommt es, dass in der Ausstellung Arbeiten aus den vergangenen fünf Jahren in einem ganz neuen Kontext präsentiert werden. Eingebettet sind die unterschiedlichen Werke in das Thema Zeitlichkeit. „Zeit ist der Grundgedanke der Fotografie, man muss den richtigen Moment erwischen“, erläuterte Braun die Idee.

Der offene Blick, mit dem Pinsky Altes zu Neuem macht und Alltägliches zu etwas Besonderem, zeigt die folgende Begebenheit: Bei einem gemeinsamen Bummel von Künstlerin und Kuratorin durch Göttingen fiel Pinsky der Baumkuchen im Schaufenster von Cron & Lanz ins Auge. „Sie hat gleich überlegt, was sie daraus für eine Skulptur machen könnte“, schmunzelte Braun.

Das Schöne an der Gestaltung der Ausstellung sei es gewesen, die Räumlichkeiten mit den Werken zu verbinden, erzählte Braun den Besuchern. „Wir haben uns immer wieder über die Sichtachsen in den Ausstellungsräumen gefreut, die uns auf dem Raumplan so nicht aufgefallen sind, und die ganz neue Perspektiven auf die Bilder ermöglichen.“ Was sie an Pinskys Kunst „immer wieder und immer noch“

spannend finde, sei ihr Umgang mit dem Wandel der Fotografie. „Meistens wird dieser runtergebrochen auf die Frage, ob analog oder digital.

Marina umgeht diese Frage und behält ihre eigene Handschrift.“

Geöffnet ist die Ausstellung Dienstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Informationen zu Sonderführungen gibt es hier.

Von Gwendolyn Barthe

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