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Regional Kurioser Abend mit Eva Eiselt im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Kurioser Abend mit Eva Eiselt im Göttinger Apex
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17:36 30.09.2013
Gute Beobachterin: Eva Eiselt. Quelle: Heller
Göttingen

Ihr Programm „Geradeaus im Kreisverkehr“ bestreitet Eiselt keineswegs alleine – gnadenlos bezieht sie ihr Publikum in ihre urkomischen Darbietungen ein. Insbesondere Johannes aus der ersten Reihe spielt an diesem Abend immer wieder eine ganz besondere Rolle.

Die erste Figur, der Eiselt Gestalt gibt, ist Sigrid, eine etwas überdrehte Schwäbin, die in einem Literaturkreis einen Vortag über Kant halten soll und krampfhaft versucht mit Scherzen ihren Vortrag zu beleben.

Im Endeffekt gesteht sie, eigentlich nur auf der Suche nach einem Partner zu sein und macht sich sogleich von ihren Trieben getrieben mit vollem Einsatz auf die Suche nach einem geeigneten Mann im Publikum.

Die smartphone-besessene Karrierefrau hingegen sieht sich mit ganz anderen Problemen in der modernen Welt konfrontiert.

Balanceakt

Bei dem Versuch eine Fahrkarte von München nach Düsseldorf zu kaufen, um ihre Familie zu besuchen, bringen sie nicht nur die automatische Spracherkennung der Servicehotline der Bahn zur Verzweiflung, zahlreiche Funklöcher erschweren die Buchung ungemein. Eiselt begibt sich auf eine waghalsige Klettertour und findet in Johannes dabei eine hilfreiche Stütze.

Glanzlicht des Abends ist Eiselts Parodie der Kanzlerin: Ein Balanceakt zwischen Absurdität und Aktualität. Den Tonfall perfekt imitierend, sitzt sie mit heruntergezogenen Mundwinkeln und rotem Jackett an ihrem Schreibtisch und telefoniert mit Pofalla, um die Neujahrsansprache zu besprechen.

Tagesaktuelle Themen wie die Suche nach einem Koalitionspartner werden angegangen und auch das Scheitern der FDP bei der Wahl wird kurz bewertet.

Zahlreiche Lacher

Besonders skurril wird es, als „Angie“, wie auf dem Namenschild der Kanzlerin zu lesen ist, dem Volk von ihrem Traum der vergangenen Nacht berichtet: Sie wurde zur Päpstin gewählt. Nur mit ihrer Deutschlandkette bekleidet, musste sie auf die Loggia treten. Dabei wollte sie doch eigentlich nur Prinzessin werden.

Mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe, einem beeindruckenden Sprachtalent, genialer Mimik und viel Liebe zum Detail, hat Eiselt für kurzweilige, großartige Unterhaltung gesorgt. 

Auch die übrigen Figuren, eine betrunkene Schnurrbartträgerin, die über die Bildung in Deutschland philosophiert oder die Sängerin, die sich urplötzlich in den Gast aus der ersten Reihe verliebt, haben dem Publikum zahlreiche Lacher entlockt.

Von Tina Evers

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