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Landschaft auf Farbe und Fläche reduziert

Wolfram Scheffel in der Galerie Ahlers Landschaft auf Farbe und Fläche reduziert

Wolfram Scheffel gehört zu den ersten Künstlern, mit denen der Göttinger Galerist Oliver Ahlers zusammengearbeitet hat. Das bedeutet, dass sich Scheffels Entwicklung nach fast 30 Jahren sehr schön nachvollziehen lässt. Es ist keine wesentliche Veränderung, die der 1957 geborene  Künstler vollzogen hat, aber eine augenfällige. Vieles wird bei ihm immer weniger.

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Langjährige Partner: Künstler Wolfram Scheffel (links) und Galerist Oliver Ahlers arbeiten seit fast 30 Jahren zusammen.

Quelle: Pförtner

Auf die Darstellung von Menschen hat Scheffel schon immer verzichtet. Sie kommen nicht vor in seinen Bildern. Er setzt sich mit Landschaft auseinander. Hier geht es ihm jedoch nicht um Atmosphäre oder das Eigentümliche einer jeden Umgebung. Scheffel reduziert seine Sujets auf farbige Flächen. Bäume haben keine Rinde oder Blätter, Häuser keine Risse, Dächer keine Schindeln.

Wasser kräuselt sich nicht, Sonne brennt nicht, Wind weht nicht. Und die Färbung einer Hauswand deutet nicht auf den Sonnenuntergang, der sie verursacht, sondern bietet die Möglichkeit, Rosa zu verwenden. Scheffel führt Welt auf Farbe und Fläche zurück, die er gegeneinander setzt.

Ein ähnliches Vorgehen gab es schon einmal in der Kunstgeschichte, die Wassily Kandinsky Anfang des 20. Jahrhunderts damit revolutionierte. Der gebürtige Russe, der später in Deutschland und Frankreich lebte und arbeitete, reduzierte Landschaft auf Linien und Punkte und entwickelte auf diese Weise 1910 oder 1913, die Datierung des Werkes ist umstritten, das erste abstrakte Bild. 

Auf einem vergleichbaren Weg befindet sich Scheffel, dessen Landschaften gemächlich in Richtung Abstraktion gleiten, ganz deutlich beispielsweise in dem Bild „Blick aufs Meer“, in dem Scheffel Tiefe eliminiert.

Nachvollziehbar ist dabei, dass Scheffel nicht vor der Natur malt. Im Atelier arbeitet er Skizzen aus, die vor Ort entstanden sind. In seinem Arbeitsraum schafft er diese große Klarheit und Strenge, die seine Bilder so kraftvoll werden lassen. Laut Galerist benutzt Scheffel dazu übrigens Spachtel statt Pinsel. Scheffel besitze gar keinen, meint Ahlers.

Bis Sonnabend, 22. Dezember, dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 13 Uhr in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21.
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