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15:16 07.02.2019
Les Yeux d'la Tête bei ihrem Konzert in der Göttinger Musa. Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Seit mehr als zehn Jahren besteht das Sextett Les Yeux d’la Tête nun schon – und hat sich im Laufe der Zeit aus den „Spelunken“ der Metropole Paris in ausverkaufte Locations auf die großen Bühnen der Welt gespielt. „Murcielago“ heißt das gerade erschienene Album der Gruppe, das sie nun in der Musa vorgestellt hat.

Durchbruch mit „Liberté Chérie“

Gegründet wurde die Band nach einem Treffen der beiden Gitarristen und Sänger Benoît Savard und Guillaume Jousselin 2006 in Paris. Anschließend sind Les Yeux d’la Tête erst mal durch Cafés und Bars der französischen Hauptstadt getingelt, bevor 2008 ihr erstes Album „Danser Sur Les Toits“ erschien. Mit ihrem dritten Album „Liberté Chérie“ kam 2016 der endgültige Durchbruch.

Für die rhythmische Basis des Sextetts sind Emilien Pottier am E- und Kontrabass und Xavier Hamon am Schlagzeug zuständig. Mit Eddy Lopez am Saxofon und Eric Allard-Jacquin am Akkordeon und an der Trompete haben sie zwei weitere musikalische Edelsteine in der Truppe, die immer wieder kleine funkelnde Akzente setzen.

Weltreise mit Ausgangspunkt Paris

Ausgangspunkt ihrer Reise ist ihre Heimat Paris. Von dort hat sie ihr Weg auf ihrer Release-Tour über Reutlingen nach Göttingen in die ausverkaufte Musa geführt. Von der Seine an der Leine – dort angekommen, entführt das Sextett die Besucher im Eiltempo auf eine mitreißende musikalische Weltreise durch verschiedene Kulturen. Ihr wilder mit unbändiger Energie vorgetragener Trip aus Sinti-Swing, Chanson, Balkanbeats, Walzer, Folk, Rock, Reggae und Jazz kommt an.

Sehr perkussiv beginnt „Tout de toi“ vom gerade veröffentlichten Album „Murcielago“, bevor sich das Akkordeon über den rhythmischen Teppich schleicht. Die Band spielt sich warm, um dann das Publikum mit „Liberté Chérie“ unter großem Jubel gleich richtig abzuholen. Schlicht gute Laune verbreiten das leicht orientalisch gefärbte „Comme si“ mit schönen, einprägsamen Melodiebögen oder das schwungvolle „Elle savait pas chanter“. „A l'ombre“ rumpelt nach verspieltem Intro gefällig locker vor sich hin. Reggae-Feeling mit einem Hauch Jamaica vermittelt „J'comprends pas“. Von dort geht die Reise weiter nach Mexiko. „Berzingue“ kommt mit herrlichem Mariachi-Feeling, zu dem Allard-Jacquin die Trompete bläst.

Farbenfrohes Live-Erlebnis

Ihr Feuerwerk an Spielfreunde und mitreißenden Songs lädt fast durchweg zum Tanzen ein und schafft so ein facettenreiches, farbenfrohes Live-Erlebnis. Konzerte mit Les Yeux d’la Tête haben eben diese ganz besondere Note.

Mit dem Instrumental „Kezta“ inklusive kleiner Choreografie räumen sie dann mächtig ab, abgelöst vom „Balkan Boogie“ mit heulender Rock-Gitarre, um dann mit stampfenden Disco-Rhythmen in „I Don't Speak English“ die Rock- und Pophistorie von Led Zeppelin über Nirvana bis hin zu Michael Jackson aufzumischen. Die Musa kocht im kollektiven Tanzfieber.

Musik bleibt „très francais“

Aber trotz aller Einflüsse bleibt ihre Musik in Nuancen immer „très français“ wie in dem folkloristischen Ohrwurm „Demain“ oder dem chansonartigen „Tout nu“, das ihr neues Album einleitet und an diesem Abend ihr Konzert beendet. Das völlig euphorisierte Publikum will mehr – und bekommt es auch, in voller Zugabendosis.

Ganz zum Ende macht die Band es dann genau wie bei ihrem letzten Besuch. Sie geht von der Bühne rein ins Publikum, das sitzend einen Kreis bildet, in dessen Mitte die Musiker ein letztes akustisches Zeichen mit dem Wunschtitel „Un peu trop“ setzen.

Les Yeux d’la Tête scheinen mit ihrer Musik die ganze Welt zu umarmen und zeigen deutlich auf, wie völkerverbindend und grenzenlos Musik in Zeiten von Krieg und Vertreibung sein kann.

Von Jörg Linnhoff

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