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00:18 22.12.2012
Decius: Franziska Kommert (29).
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Mehr als bloß Vampire bei Decius: Franziska Kommert (Foto o.)

Prag – Stadt der Kunst, Dämonen und Engel. Eine Kunststudentin mit Nebenjob: Killerin, Sammlerin und Hüterin. Der Start einer der besten Serien 2012. Für alle, die mehr als Vampire wollen. 
Laini Taylor: „Daughter of Smoke and Bone. Zwischen den Welten“. Fischer, 496 Seiten, 16,99 Euro.
Ein Genre überschreitendes Thriller-Abenteuer. Für Fantasy- und Krimifans – und solche, die es werden wollen. Jamie Carpenter tritt in die Fußstapfen des großen Van Helsing im Kampf gegen das Übernatürliche.
Will Hill: „Department 19 - Die Mission“. Verlag Bastei-Lübbe, 496 Seiten, 14,99 Euro.

Großartiges Debüt bei Hugendubel: Hendriekje Thiel (25)

Die erst 24-jährige Österreicherin Vea Kaiser hat mit „Blasmusikpop“ ein großartiges Debüt geschaffen. Der ebenso unterhaltsame wie rührige Roman vereint Alpenidylle, Bandwürmer und kleingeistige Dorfbewohner. Vor allem aber den jugendlichen Forscherdrang Johannes A. Irrweins, der sich nichts sehnlicher wünscht, als sein Heimatdorf St. Peter endgültig hinter sich zu lassen. Wie da noch ein Freundschaftsspiel zwischen dem Petrianer Fußballclub und dem FC St. Pauli hineinpasst, und was dabei alles schiefgeht, das müssen die Leser selbst herausfinden.

Vea Kaiser: „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“. Kiepenheuer & Witsch, 496 Seiten, 19,99 Euro.

Gespür für leise Zwischentöne bei Hertel: Felicia Steiner (31). 

Rose Edelstein hat eine spezielle Gabe. Sie kann aus Lebensmitteln den Gefühlszustand der Personen, von denen sie zubereitet wurden, herausschmecken. Leicht surreal und mit einem feinen Gespür für leise Zwischentöne entfaltet Aimee Bender den Lebensweg eines nicht ganz gewöhnlichen Menschen in einer gewöhnlichen Welt. Wer immer schon einmal Gedanken lesen können wollte, lernt hier die Kehrseite kennen. Rose muss nicht nur mit ihrem Geheimnis umgehen, sondern auch mit den ungebeten, auf sie einstürmenden Geheimnissen anderer. Ein zauberhaft geschriebenes Buch über Sein und Schein.

Aimee Bender wurde 1969 in Los Angeles geboren, wo sie heute Creative Writing an der University of California lehrt. „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ wurde mit dem SCIBA (Southern California Independent Booksellers Association) award for best fiction und dem Alex Award ausgezeichnet. Letzterer wird jedes Jahr an zehn Bücher vergeben, die vor allem junge Erwachsene ansprechen.

Aimee Bender: „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“. Aus dem Englischen von Christiane Buchner und Martina Tichy.  Bloomsbury, 320 Seiten, 9,99 Euro.

Eldorado für Ufo-Jünger bei Vaternahm: Gabriele Althaus (58).

Ein tolles Leben sieht anders aus: Ben ist 16, hat noch nie ein Mädchen geküsst und ist Dreiviertelwaise, da sein Vater schon vor Jahren mit dem Flugzeug abgestürzt ist und seine Mutter durch die Jazzclubs Europas tingelt, während sich Ben um den dementen Großvater kümmert. Und: Er wohnt in Norddeutschland. Aber eben nicht in Hamburg.

In „Pampa Blues“ erzählt Rolf Lappert von Ben, der erwachsen wird und dabei alles versucht, aus dem fadesten aller möglichen Leben auszubrechen. Dabei soll der Plan Gestalt annehmen, aus dem norddeutschen Geisterdorf ein Eldorado für Ufo-Jünger zu machen. Kling seltsam? Ist es auch. Melancholisch, skurril, anders. Ein Jugendroman, aber, wie Ben so schön sagt, „Ich finde, es wird viel zu viel gequatscht auf der Welt.“ Also: lesen!

Rolf Lappert: „Pampa Blues“. Carl Hanser, 256 Seiten, 14,50 Euro.

Böse Medien-Persiflage bei Weltbild: Jan Usadel (33)

Mit wem rechnet man am wenigsten an einem Sommertag in Berlin Mitte? – Genau, mit Adolf Hitler. Denn dieser findet sich eines Tages, im Jahr 2011, auf einem leeren Grundstück in Deutschlands Hauptstadt wieder. Und jenseits von Krieg, umgeben von zahlreichen Ausländern und unter der Macht von Angela Merkel beschreitet er erneut den Weg „nach oben“ – und landet als Comedian beim Fernsehen. Er erhält seine eigene Fernsehshow, wird zum Star und beginnt einen Neuanfang wie er ihn sich vor seinem vermeintlichen Ende vor 66 Jahren sicher nie erträumt hätte. Sehr böse, sehr witzig. Eine gelungene Persiflage auf die deutschen Medien und bei aller Satire erschreckend plausibel.

Timur Vermes: „Er ist wieder da“. Eichborn, 400 Seiten, 19,33 Euro.

Sagenhafte Welt der Magie bei Thalia: Corinna Behne (21)

Paris im 19. Jahrhundert. Alle großen Magier haben ihre Zauber an Pompignac verkauft, der dadurch immer mehr Macht an sich reißt. Doch einer bietet ihm die Stirn: Prometheus. Er nimmt den Jungen Humbert, der vom Land kommt und in Paris keine Menschenseele kennt, als seinen Lehrling bei sich auf. 

Prometheus beherbergt neben Humbert noch zwei weitere Mitbewohner – ein junges Mädchen, das sich um ihn und den Haushalt kümmert und das mysteriöse Wehrhörnchen Lothar. Die Schicksale der drei verknüpfen sich, und gemeinsam versuchen sie die Welt der Magie zu retten. Dennoch: Warum kauft Pompignac allen Magiern ihre Sprüche ab? Und wieso verkauft Prometheus nicht? Was wird aus dieser magischen Welt werden, wenn alle Magie verkauft ist? Gerd Ruebenstrunk hat mit dem Buch „Der letzte Zauberlehrling“ etwas geschaffen, das so voller Fantasie, so voller Zauber und Liebe ist, dass es einen sofort mitreißt. Eine sagenhafte Geschichte, die ihresgleichen sucht.

Gerd Ruebenstrunk: „Der letzte Zauberlehrling“. Ars-Edition, 448 Seiten, 16,99 Euro.

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