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Regional Lesetipps von Ressortleiterin Angela Brünjes
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00:17 07.12.2012
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Roman. Die ticken anders, die Amis. Und die im Westen nochmal. Das jedenfalls vermitteln die Short Stories von Claire Vaye Watkins, die in den meisten ihrer zehn Geschichten den Wilden Westen der Gegenwart beschreibt. Immer geht es in „Geister, Cowboys“ um einen Überlebenskampf in unterschiedlicher Ausprägung: mal im Goldschürfer-Lager, mal in der Glitzerhölle von Las Vegas oder in der Paar-Einsamkeit einer biederen Vorstadt-Siedlung. Und dabei besticht Watkins mit einer klare, nüchternen Sicht auf den Wilden Westen von heute. Ullstein 2012, 19,99 Euro.

Kinder-Hörbuch. Schauspieler Matthias Brandt kommt auch als Vorleser gut an. Mit „Die Goldene Gans“ hat er ein Märchen der Brüder Grimm vorgelesen für die Edition See-Igel, deren Produktionen nicht nur auf das Wort setzen, sondern Erzählungen mit klassischer Musik verbinden. Brandt erzählt so nüchtern wie eindringlich die Erlebnisse vom Dummling immer im Wechsel mit Musikstücken von Theodor Kirchner für Violine, Violoncello und Klavier. Ute Kleeberg hat das märchenhafte Hörerlebnis musikalisch gestaltet. Edition See-Igel / SWR 2012, 15,50 Euro.

Sachbuch. Der Physiker Michio Kaku hat sich nicht allein daran gemacht, das Leben in 20, 60, 100 Jahren zu beschreiben. Er hat 300 Forscher befragt, bevor er „Die Physik der Zukunft“ schrieb. Heute klingt der Alltag in 100 Jahren wie eine überdrehte Zukunftsvision. Aber Kaku lässt keinen Zweifel daran, dass die wissenschaftlichen Fortschritte dafür sorgen werden, dass bald Computer Gedanken lesen können oder die Eltern darüber bestimmen, welche Gene der Nachwuchs auf jeden Fall haben soll – wissenschaftlich fundierte Zukunftsmusik. Rowohlt Verlag 2012, 24,95 Euro.

Lieblingsbuch. Vor 200 Jahren erschien die erste Auflage des späteren Bestsellers. Im Jubiläumsjahr erscheint eine dreibändige Ausgabe von „Grimms Kinder- und Hausmärchen“, die echten Märchenfans Freude bereitet, weil sie die fünfte Auflage der Märchen von 1843 wieder veröffentlicht – im modernen Satz, aber wort- und zeichengetreu. Damals erstmals mit den Märchen „Der Hase und der Igel“ oder „Der Meisterdieb“ und mit insgesamt 250 Märchen. Haffmanns Verlag bei Zweitausendeins 2012, 34,90 Euro.

Sachbuch. Zwei Zirkusfilme faszinierten Gerd Siemoneit-Barum (82) so, dass für ihn mit 14 Jahren sein Berufsziel feststand: Dompteur und Zirkusdirektor. In der Autobiografie „Viel riskiert für einen Traum“ schreibt der ehemalige Direktor des Circus Siemoneit-Barum, der bei Einbeck lebt, sehr lebhaft über sein Leben mit wilden, nie gezähmten Raubtieren in der Manege, über weltweite Tourneen, die Schwierigkeiten einen Zirkus erfolgreich zu leiten. Es ist ein subjektiver Bericht eines überzeugten Zirkus-Menschen. Wagner-Verlag 2012, 24,80 Euro.

Sachbuch. Er kannte sich mit Siedepfannen und Sonetten aus. Der Salinenassessor Friedrich von Hardenberg gab sich als Dichter den Namen Novalis. Gerhard Schulz, seit 40 Jahren mit dem Romantik-Dichter beschäftigt, hat die Biografie „Novalis. Leben und Werk Friedrich von Hardenbergs“ mit der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts verwoben. Und er macht Schluss mit der Annahme, Hardenberg habe sich widerwillig seinem Brotberuf gewidmet. Bergbau und Romantik waren für Novalis vereinbare Sphären. C.H.Beck 2011, 24,95 Euro.

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