Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Ein fliegender Blumenstrauß
Nachrichten Kultur Regional Ein fliegender Blumenstrauß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 23.10.2016
Hubertus Meyer-Burckhardt. Quelle: CM
Anzeige
Geismar

„Hinter der Bühne habe ich eben die Geräuschkulisse auf mich wirken lassen. Eine Weile habe ich gedacht, ich lese in einer Jugendherberge. So temperamentvoll war das.“ Hubertus Meyer-Burckhardt hat die Lacher sofort auf seiner Seite. Der aus Kassel stammende Medienmacher ist einer, der sein Publikum mit Charme, seiner lockeren Art und ungekünstelten Eloquenz im Handumdrehen erobert.

Das Buch:

Hubertus Meyer-Burckhardt: Meine Tage mit Fabienne. Lübbe, 224 Seiten, ISBN: 978-3-431-03953-5, 18 Euro.

Ein paar Anekdoten, Bonmots und humorige Sprüche zum Aufwärmen. Dann entführt der Wahl-Hamburger die geschätzt 150 Zuhörer in ein Berliner Mietshaus. In seinem dritten Roman „Meine Tage mit Fabienne“ gehe es um die Planbarkeit des Lebens. Dass es damit nicht weit her ist, muss Kannstatt, der Protagonist des Buches, schon bald feststellen.

Kannstatt bevorzugt eine höfliche Distanz zu den Mietern des Hauses. Für ihn, der die Nachbarn lieber hört als sieht, ist das Wohnhaus eine wohl komponierte Symphonie. Als Fabienne, eine lebensfrohe Elsässerin und Hutmacherin, den Laden im Erdgeschoss bezieht, beginnt für Kannstatt „eine neue Zeitrechnung in diesem Haus“. Die bekennende „leidenschaftliche Ruhestörerin“ mischt das Leben des Eigenbrötlers reichlich auf. Der kauzige Mittfünfziger beginnt, ein Leben „für sie“ zu inszenieren und sich reichlich zum Horst zu machen.

Detailreich und gut beobachtet, humorvoll und bildreich beschreibt Meyer-Burckhardt den Mikrokosmos des Berliner Mietshauses. Energiegeladen und immer wieder ins Publikum schauend, die rechte Hand fast ständig in Bewegung und sichtlich selbst mit viel Spaß bei der Sache bringt der 60-Jährige mit seiner Art zu lesen noch mehr Tempo ins Geschehen. Es dauert natürlich auch nicht lange, und man sieht vor sich das Personal und vor allem Kannstatt mit all seinen Marotten, wie in einem Film agieren.

Nach 70 Minuten endet die Lesung mit viel Applaus. Und der Medienprofi lässt es sich nicht nehmen, den Dankeschön-Blumenstrauß („der sonst nur vertrocknen würde“) ins Publikum, in die Arme einer erfreuten Zuschauern zu werfen. Im Anschluss bei einem Sektempfang drängen sich die meisten der Gäste auch noch am Signiertisch.

Auf seine kurze Bemerkung angesprochen, er habe jüngst mit dem Schauspieler Walter Sittler gesprochen, und der habe ihm gesagt, der Protagonist des Romans sei eine Rolle, die er gerne spielen würde, sagte Meyer-Burckhardt: „Ich würde mich freuen, wenn er es spielt.“ Aber, erzählte er weiter, „ich würde nie mein eigenes Buch selbst verfilmen. Da habe ich keine Distanz dazu. Und insofern würde ich auch einem Produzenten, der das macht nie hineinreden.“

Auch ein Drehbuch würde Meyer-Burckhardt, der seinen ersten Roman vor fünf Jahren schrieb, wegen der „genauen dramaturgischen Regeln und vielen ökonomischen Zwänge“ nicht verfassen wollen. „Als Romanautor können Sie schreiben, was sie wollen.“

Von Karola Hoffmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Zusatztermin im November 2017 - Mario Barth: Zugabe für Göttingen

Das aktuelle Programm von Mario Barth kommt beim Publikum an: die Shows sind ausverkauft. In den Hochburgen der Barth-Fans gibt es Zugaben. Für Göttingen ist ein Zusatztermin am 25. November 2017 vorgesehen.

19.10.2016

Am Donnerstag startet die neue Kinowoche in Göttingen. Welche Filme anstehen, seht ihr in unserer Liste.

19.10.2016
Regional Preston Reed im Nörgelbuff - Feinstes Fingerpicking

Der in Schottland lebende 61-jährige amerikanische Gitarrist Preston Reed hat schon als Kind mit der Unterstützung seines Vaters und später eines Lehrers Gitarre spielen gelernt. Inzwischen hat Reed fünfzehn Alben veröffentlicht. Im Nörgelbuff gab er seine feinste Fingerpicking-Technik zum Besten.

22.10.2016
Anzeige