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Regional „Lidenbrock“ zu Gast im Apex in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Lidenbrock“ zu Gast im Apex in Göttingen
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00:18 28.04.2013
Aktuelle Musik, flache Texte: die Band „Lidenbrock“ auf der Guckkastenbühne des Apex. Quelle: Vetter
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Göttingen

Ein Überangebot an Möglichkeiten und eine daraus resultierende Unsicherheit. Nicht umsonst fragt auch die deutsche Popband Frida Gold: „Wovon sollen wir träumen?“

Am Dienstagabend ist die Band „Lidenbrock“ aus Weimar zu Gast im Apex und mit ihnen rund 20 Zuschauer. Das sich anscheinend so viele Göttinger für das Fußballspiel entschieden hatten, ist schade, denn der Sound der Gruppe ist ein wahrer Hinhörer.

Julius Trautvetter (Gesang, Piano), Florian Fleischer (Gitarre), Lukas Stodollik (Bass) und Alexander Höffken (Schlagzeug) präsentieren ein breites Repertoire selbst geschriebener Lieder, die sich klanglich sehr unterscheiden. Mal klingt das junge Quartett nach Paul Kalkbrenner, also stark nach Techno und Elektro, mal kommen ihre Songs poppiger und teilweise sogar jazzig daher.

Akustisch sind sie nicht in eine Schublade zu packen, ihre Klangexperimente machen den Reiz des Konzertes aus. Mit viel Elan und minutiöser Genauigkeit sind die Vier auf der kleinen Bühne dabei, ihre Tonwelt aufzubauen.

Das Tagebuch eines Teenagers mit Musik unterlegt

Auch die Themen der Songs bewegen. Die plakativen Texte nicht unbedingt. Schon an Titeln wie „Weit weg“ und „Zu nah“, „Nimm mich mit“ und „Lass mich gehen“, wird deutlich, dass diese wenig Variation bieten.

Was gesungen wird klingt noch nicht ganz ausgereift, eher so, als hätte man das Tagebuch eines Teenagers mit Musik unterlegt. Aber die Karriere der Band hat mit ihrer ersten EP „Zu nah“ gerade erst begonnen. Weitere Erfolge sollen folgen.  Die Musiker befinden sich noch in den Kinderschuhen, sind noch auf der Reise.

Genauso wie Professor Otto Lidenbrock in Jules Vernes Roman zum Mittelpunkt der Erde reist, reisen „Lidenbrock“ sicher bald zum Zentrum des Musikinteresses. Die Anwesenden sind auf jeden Fall begeistert. Bislang noch Insidertipp, könnte die Band schon bald ganz groß sein. Lyrics sind in der Musik ohnehin oft zweitrangig, und den Sound dieser Generation verkörpert sie schon jetzt.

Von Sarah Lodder

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