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Liebe kann gestoppt werden, stirbt aber nie

Deutscher Rock- und Pop-Preis für Göttinger Musiker Pepper Liebe kann gestoppt werden, stirbt aber nie

Liebe ist wie ein Bach. Er fließt und sucht sich seinen eigenen Weg. Er wird zwischendurch von einer Steinwand gestoppt, aber dann fällt Regen, der Wasserspiegel steigt und der Bach fließt weiter. Die Liebe stirbt nie“, sagt Agbenyega Attiogbe-Redlich. Der 53-Jährige wird „Pepper“ genannt.

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Mit Herzblut am Bass: Agbenyega Attiogbe-Redlich lebt Reggae seit seiner Kindheit.

Quelle: Pförtner

Er spielt seit fast 50 Jahren Reggae-Musik. Liebe sei immer das zentrale Moment dabei. „Schon als kleiner Junge habe ich im Haus von meinem Großvater in Ghana  ein Taktinstrument gespielt.“ Sein Großvater sei eine Art Priester gewesen, das ganze Dorf zu ihm nach Hause gekommen. „Da haben wir dann gefeiert oder religiöse Feste zelebriert“, erinnert sich Pepper. Dass sie Reggae-Musik spielten, wussten er damals jedoch noch nicht. „Als ich nach meiner Schulzeit in die Stadt gegangen bin, habe ich vielen Leute beim Musik machen zugehört.“ Die Rhythmen kannte er schon, es waren die gleichen wie beim Großvater. „Die Leute haben das Reggae genannt. Ich dachte nur: Hey, das kenne ich doch. Das ist afrikanische Musik.“

Pepper lacht bei fast jedem Satz und nutzt jede Gelegenheit, auf Gembe-Drums zu trommeln und zu singen. Er strahlt. Ein unglaublich positiver Mensch mit ansteckender Freundlichkeit. Und jeder Menge Rhythmusgefühl, ob mit der Gembe oder dem Bass. „Ich höre in meinem Kopf die Musik, meine Finger finden dann ihren Weg“, sagt er.

Sein letztes Album „Freedom“ erschien 2006, aber er arbeitetgerade an einem neuen. 15 Songs habe er schon, kommenden Jahr soll das Studioalbum seiner Band „Hippocritz“ erscheinen. Am liebsten spiele er jedoch live. „Da kann ich die Emotionen der Leute sehen und mich drauf einstellen.“ Manchmal seien Lieder über Liebe, Frieden und Freiheit am besten geeignet. Er habe jedoch auch Songs über Schmerz und Trauer im Repertoire. „Die gehörten schließlich auch zum Leben.“

Ein weiteres Projekt neben dem Album ist seine Musikschule, wo er vor allem mit Kindern mit Konzentrationsschwäche, aber auch mit depressiven Erwachsenen musiziert oder malt. In seinem eher provisorischen Unterrichtsraum stehen nicht nur Musikinstrumente, sondern auch Bilder und Skulpturen, die Pepper selbst hergestellt hat. „Man muss die Kunst ihren Weg gehen lassen, man kann und darf sie nicht verstecken.“

Am Sonnabend, 17. Dezember, wird er beim 29. Deutschen Rock- und Pop-Preis in Wiesbaden geehrt: Er ist der beste Reggae Interpret 2011 und auch der beste Percussionist. Die Verleihung in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden beginnt um 13.30 Uhr. Zehn Tageblatt-Leser mit Begleitung können kostenlos dabei sein. Sie müssen vorher jedoch folgende Frage richtig beantworten: In welchen Jahr gründete Pepper „Hippocritz“? Antworten können am heutigen Freitag zwischen 14 und 16 Uhr unter Telefon 01 37 / 86 00 273 gegeben werden (0,50/Min. Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

www.hippocritz.com

Von Michael Kerzel

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