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Liebenswürdige musikalische Epoche

„Divertimento con Corno“ Liebenswürdige musikalische Epoche

Im Orchester ist das Horn häufiger zu hören als in der Kammermusik. Deshalb kamen viele Zuhörer zum Kammerkonzert des Ensembles „Divertimento con Corno“, das auf eine Initiative von Atilla Holczinger, Hornist am Göttinger Symphonie Orchester, zurückgeht.

Mit einem Programm aus kammermusikalischen und kon­zertanten Werken führte er eine besonders liebenswürdige musikalische Epoche vor, die Wiener Klassik des ausgehen­den 18. Jahrhunderts. Gekennzeichnet ist die Musik dieser Zeit durch einen heite­ren Ton, der sich immer unterhaltsam und zugleich höchst kultiviert präsentiert.

Voraussetzung dafür ist bei den Interpreten ein hohes mu­sikalisch-technisches Niveau. Darüber verfügten alle Mit­wirkenden souverän: neben Holczinger die Hornistinnen Kathrin Duschmalé und Su­sanne Schmid, die Flötistinnen Antje Helm und Theresa Steckeler sowie die Streicher Zsuzsanna Bolimowski und Julia von Nieswandt (Violine), Oksana Labach und Elettra Ballerini (Viola), Lucile Chaubard (Violoncello) und Dénes Sipos (Kontrabass).

Besonders mit ihrem Spiel auf dem Naturhorn verblüfften die drei Hornisten ihre Zuhörer. Das ist eine schwierige Sache, denn nur die natürlichen Obertöne des Instruments stehen zur Verfügung, die durch den Ansatz und mittels einer speziellen Stopftechnik ihre Feinabstimmung erhalten. Die heute gebräuchlichen Ventile, die den gesamten Tonraum auf technisch wesentlich einfachere Weise erschließen, waren damals noch nicht erfunden. Darüber hinaus erwiesen sich Antje Helm und Theresa Steckeler in ihren solistischen Aufgaben als virtuose, ausdrucksstarke Flötistinnen.

Der abwechslungsreiche Abend mit Werken von Joseph und Michael Haydn, Carl Stamitz, Leopold Hoffmann, Antonio Rosetti und Mozart versetzte das Publikum in ent­spannt-heitere Stimmung. Für den lautstarken Applaus be­dankten sich die Musiker mit einem Konzertsatz von Hoff­meister und zum beschwing­ten Schluss mit dem Tango „Hernandos Hideaway“ in ei­ner Fassung für drei Ventil­hörner.

Von Michael Schäfer

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