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Liebeserklärung an die Brüder Grimm

Grass-Buchpremiere in Göttingen Liebeserklärung an die Brüder Grimm

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat mit „Grimms Wörter“ ein Buch geschrieben, das er im Untertitel „Eine Liebeserklärung“ nennt – eine an die Grimms und an die deutsche Sprache.

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Seine Lesereise von September bis Dezember beginnt in Göttingen: Günter Grass.

Quelle: dpa

Möglicherweise hat ihre Vertreibung aus dem Königreich Hannover, das Projekt Wörterbuch vorangetrieben. Der Protest der „Göttinger Sieben“, zu denen Wilhelm und Jacob Grimm gehörten, im Jahr 1837 gegen die Außerkraftsetzung der Verfassung, mussten die Brüder zu einer Neuorientierung nutzen. Die Arbeit am Deutschen Wörterbuch begannen sie in Kassel im Nachbarland Hessen.

In 15 deutschen Städten will der 82-jährige Literaturnobelpreisträger Grass demnächst sein Buch vorstellen. In Göttingen soll die Buchpremiere am Freitag, 3. September, sein. Sie ist verbunden mit dem Herbstkolloquium der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft, die vom 3. bis 5. September erstmals in Göttingen tagt. Die öffentliche Autorenlesung von Günter Grass ab 20 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität, Platz der Göttinger Sieben 5, Saal 011, ist Teil der Tagung der Lübecker Gesellschaft und zugleich die erste Lesung von Grass aus seinem neuen Buch.

Schriftsteller Grass ist Träger des Thomas Mann-Preises. Der Göttinger Germanistikprofessor Heinrich Detering ist Vizepräsident der Thomas Mann-Gesellschaft. Er wird im Anschluss an die Lesung mit Grass über sein Werk diskutieren. Am nächsten Tag, Sonnabend, 4. September, kommt Grass zur Signierstunde von 11 bis 12 Uhr in die Göttinger Buchhandlung Deuerlich.

Grass erklärte zu seinem neuen Buch, er sei als Kind mit den grimmschen Märchen aufgewachsen. Der „Däumling“ sei sein späterer Oskar Matzerath in der „Blechtrommel“ geworden. In anderen Romanen von Grass traten die Grimms sogar persönlich auf. Das Geschick der Brüder sei auch eine politische Geschichte des 19. Jahrhunderts, betont der Nobelpreisträger.

Die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm, die in Deutschland vor allem als Märchensammler bekannt wurden, hatten 1838 nach ihrer Entlassung als Professoren der Universität Göttingen den Auftrag erhalten, ein Wörterbuch der deutschen Sprache zu erstellen. Sie sammelten ihr Sprachmaterial buchstabenweise – von A wie Anfang bis Z wie Zettelkram. Nach Verlagsangaben stellt Grass sich in seinem neuen Buch „ganz sinnlich“ vor, wie die Brüder es anstellten, alle Wörter zu sammeln, die die eigene Sprache hergibt. Tatsächlich wuchs dem Brüderpaar die Arbeit über den Kopf. Das 32-bändige Wörterbuch wurde erst 1960 vollendet.

Kartenvorverkauf für die Lesung in der Universität: Buchhandlung Deuerlich, Weender Straße 33, Göttingen.

Von Angela Brünjes (mit dpa)

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