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Liebeslied an Postkarte

Tomi Simatupang Liebeslied an Postkarte

Je mehr ihr trinkt, desto besser klinge ich!“. Hier hat Tomi Simatupang, der am Sonnabend nur mit einer alten E-Gitarre und Stimme bewehrt auf der Bühne des Nörgelbuff stand, sein Licht doch arg unter den Scheffel gestellt. Der in Deutschland aufgewachsene gebürtige Indonesier überzeugte seine vornehmlich junge Zuhörerschaft mit einer Musikmischung aus Folk, Rock und Jazz, die besonders von seiner weichen und warmen Stimme mit ihrer großen Variabilität geprägt ist. 

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Tomi Simatupang

Quelle: EF

Insbesondere bei melodiösen Stücken wie „Everybody loves me too much“ funktioniert diese Stimme wunderbar: Sie trägt das Lied über alle Tempowechsel hindurch, das zweite auf Hall geschaltete Mikro gibt den Background, und die Gitarre ergänzt alles rhythmisch-melodisch zu einem sehr stimmigen Ganzen. In einigen Passagen geistert dem Zuhörer dabei manchmal sogar ein wenig Pink Floyd durch den Hinterkopf.

Werden die Stücke aber jazziger, so macht sich der fehlende Klangteppich einer Begleitband doch ab und an bemerkbar. Die Stimme steht dann recht allein im Raum und wirkt hier oft etwas angestrengt, während bei schnelleren Passagen die dominante Gitarre den Gesang fast gänzlich überdeckt und das Ganze in ein lautes Klangeinerlei verwandelt. Eine regelnde Hand am Mischpult wäre diesen Passagen doch zu wünschen.

Angenehm unaufgeregt

Auch wenn nicht immer jeder Ton passt, bei Stücken wie „Girl of Shanghai“, einer Liebeserklärung an die Fotografie eines Mädchens auf einer Postkarte, oder „Good Morning Concrete“ lassen die ironisch-witzigen Texte kleinere handwerkliche Mängel leicht übersehen. Und nicht zuletzt die nach dem Konzert verkauften CDs, teils selbstgebrannt und handbeschriftet, runden den angenehm unaufgeregten und gelungenen Auftritt des sympathischen Künstlers ab.

Von Jan Vetter

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