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Regional „Lilly among clouds“ feiern ihre Rückkehr
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13:15 30.06.2018
Mit großer, raumgreifender Stimme: Die Sängerin Lilly Brüchner alias „Lilly among clouds“. Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Organisiert wurde das Konzert von der Göttinger Agentur Mukke Bukking in Kooperation mit dem Nörgelbuff. Dieser ist gefüllt bis in den letzten Winkel mit erwartungsvollen Besuchern. Als Support spielen die Cellistin Rabea Bollmann und Sänger und Gitarrist Fabian Baumert von der Hannoveraner Band „Leaves & Trees“. Getragen von der hellen, wohlklingenden Stimme Baumerts spielt das Duo feinsinnige Folksongs, die leicht und teils fast zerbrechlich wie Pergamentpapier durch den Raum schweben.

„Lilly among clouds“ feiern mit großen Popsongs ihre Rückkehr nach Göttingen im Nörgelbuff Quelle: Jörg Linnhoff

Nach einer kurzen Umbaupause betreten „Lilly among clouds“ dann zu später Stunde unter großem Applaus die Bühne. Die aus Würzburg stammende Lilly Brüchner schreibt vorwiegend melancholisch opulente Popsongs mit großer Dramaturgie. Diese haben ihr den Ruf zu internationalen Festivals wie dem SXSW in Austin eingebracht. Sympathisch, dass man sie trotzdem noch in kleinen Clubs mit intimem Flair wie dem Nörgelbuff erleben kann.

Sucht man Vergleiche, so blitzt bisweilen die Nähe zur Musik von „Florence And The Machine“ auf, allerdings ohne das Brüchner ihre eigene Authentizität verliert. Quelle: Jörg Linnhoff

Es ist viel passiert seit ihrem letzten Besuch in Göttingen, wie Brüchner nach dem Konzert erzählt. So habe sie ihre Nebenjobs aufgegeben, um sich ganz der Musik und ihren sehr persönlichen Texten zu widmen. Ende 2017 ist ihr offizielles Debütalbum „Aerial Perspective“ erschienen. Und sie habe nun eine feste Band, bei der es für jeden Musiker noch ein „Backup“ gebe, falls mal einer von ihnen verhindert sei. An diesem Abend begleitet sie Lucio Vignolo an der E-Gitarre, Onno Dreier an den Keyboards und Drummer Christian Grochau.

Mit großer, raumgreifender Stimme trägt Brüchner ihre Songs vor, eine Stimme mit tiefem, kehligem, leicht brüchigem Timbre, die noch lange nachklingt, wenn sie verstummt ist. Die Songs beginnen oft mit zarten Intros, es kommen treibende rhythmische Elemente dazu, die sich langsam zu opulenten Klanglandschaften öffnen. Dann sind es aber auch wieder nur leise Pianoklänge, die den Stücken sehr intime Momente verleihen.

Sucht man Vergleiche, so blitzt bisweilen die Nähe zur Musik von „Florence And The Machine“ auf, allerdings ohne das Brüchner ihre eigene Authentizität verliert. Ob nun das „aus Frust geschriebene“, feierlich mystische und zu Beginn A-capella gesungene „Like A Bombshell“, das mit einem rumpelndem Drive tanzbare Long Distance Relationship“ oder das wunderschöne, sehr eindringliche „Blood & History“, Brüchner versteht es, mitreißend opulente, facettenreiche Pop-Gemälde zu zeichnen.

Ganz großes Kino: „Lilly among clouds“ hat ein beachtliches Potenzial und das Gefühl für starke Popsongs. Quelle: Jörg Linnhoff

„Remember me“ lautet der Titel eines ihrer eindringlichsten Songs. Ja, erinnern wird man sich noch lange an sie. Zu intensiv war ihr von großem Applaus begleiteter Auftritt, als dass dieser schnell in Vergessenheit geraten könnte. „Lilly among clouds“ hat ein beachtliches Potenzial und das Gefühl für starke Popsongs.

Ganz großes Kino!

Von Jörg Linnhoff

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