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Literarisches Zentrum Göttingen stellt neues Halbjahresprogramm vor

Namhafte Autoren Literarisches Zentrum Göttingen stellt neues Halbjahresprogramm vor

Das Literarische Zentrum Göttingen (LZ) verzichtet in diesem Jahr auf sein Sommerfest. Dafür wird der 50. Geburtstag von „Text+Kritik“ gefeiert. Der Göttinger Heinz Ludwig Arnold gab diese literaturwissenschaftliche Fachzeitschrift von 1962 bis zu seinem Tod 2011 heraus und plante sogar noch die Geburtstagsfeier mit.

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Felicitas Hoppe, Daniel Kehlmann und Roger Willemsen (v.l.).

Quelle: Bohm/Shin/Affentranger

Bei der Feier werden die aktuelle Büchnerpreisträgerin Felicitas Hoppe und Autor Daniel Kehlmann anwesend sein. Beide waren Gastredner bei der jährlich von Arnold initiierten Poetikvorlesung. Die Schriftsteller lesen genauso wie der englische Autor Adam Thirlwell eigens für das Jubiläum verfasste Texte.

Hubert Spiegel, Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird auf die Entwicklung der bedeutenden Zeitschrift zurückschauen. Die Moderation übernimmt der Publizist Roger Willemsen ( 2. Juni um 11 Uhr im Deutschen Theater Göttingen).

Genau wie Arnold lebte auch Walter Kempowski zeitweise in Göttingen. Er wurde 1948 in der UdSSR verhaftet und erst nach acht Jahren aus dem Zuchthaus entlassen. In Göttingen kam er nach den aufrüttelnden Jahren  zur Ruhe. Diese Zeit reflektieren die Aufzeichnungen des Schriftstellers.

Seine Witwe Hildegard Kempowski liest aus „Wenn das man gut geht“. Ihr zur Seite sitzt Kempowski-Forscher Kai Sina ( 12. März um 20 Uhr im LZ).

Ein Experiment haben Merle Krögers und Philip Scheffner gewagt. 1992 wurden im deutsch-polnischen Grenzgebiet zwei Roma ermordet. Formaljuristisch wurde der Fall abgeschlossen. Scheffner beschäftigt sich in seinem Dokumentarfilm mit dem Leben der beiden Erschossenen. Mit ihm sprechen Franziska Weidle und Anja Johannsen vom LZ ( 20. März um 20 Uhr im Künstlerhaus).

Scheffner arbeitete schon oft mir Kröger zusammen, unter anderem bei der Künstlerplattform „pong“. So auch bei dem Roma-Fall. Die Autorin griff die Geschichte auf und erweiterte sie mit fiktionalen Elementen. Der daraus entstehende Roman „Grenzland“ erhielt den Deutschen Krimipreis und stand auf der Krimibestenliste der „Zeit“ ( 19. März um 20 Uhr im LZ).

Für die zweiten Büchertage in Göttingen wurde Bodo Kirchhoff eingeladen. Der Schriftsteller beendet den Tag und liest aus seinem Eheroman „Die Liebe in Groben Zügen“ ( 4. Mai um 19 Uhr in der Aula des Max-Plank-Gymnasiums).

In der Reihe „Der Geist weht“ wollen mehrere Spezialisten – unter anderem  Joachim Ringleben (Theologe) – zum 200. Geburtstag des Autors SØren Kierkegaard über dessen schwierige Texte sprechen. Zuvor können Besucher Textpassagen beim LZ einreichen, die bei der Veranstaltung besprochen werden ( 6. Mai um 20 Uhr im LZ).

Den Abschluss des Halbjahresprogramms bildet ein aufsehenerregender Manuskriptfund. Die Orientalistin und Expertin für arabische Handschrift, Claudia Ott, wurde mit ihrer Neuübersetzung von „Tausendundeine Nacht“ weit über die Grenzen ihres Faches bekannt. 2010 erregte sie noch mehr Aufsehen.

Sie entdeckte zufällig mit einer 800 Jahre alten andalusischen Handschrift das bisher einzige mittelalterliche Manuskript aus der Welt der arabischen Nächte. Sie liest im LZ aus ihrer Übersetzung „101 Nacht“ ( 5. Mai um 20 Uhr ).

Das komplette Programm: literarisches-zentrum-goettingen.de.

Von Friedrich Schmidt

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