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Literatur für die Arbeit in der Gemeinde

Vorschau: Vandenhoeck & Ruprecht Literatur für die Arbeit in der Gemeinde

In fünf Heften hat der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht die Neuerscheinungen des Frühjahrs 2011 nach Sachgebieten sortiert. Traditionell sind Theologie und Religion Schwerpunkte der Verlagsarbeit, dazu kommen Geschichte und Geisteswissenschaften, Psychologie und Pädagogik sowie Bücher, die im jungen Verlagsableger V&R unipress erschienen sind. Daneben betreut Vandenhoeck & Ruprecht auch das Programm der Schweizer Kollegen vom Theologischen Verlag Zürich (TVZ).

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Unaufdringliche Merkhilfen: Illustrationen von Susanne Göhlich in der „Kinderlesebibel“.

Quelle: EF

Im Bereich der Religion pflegt V&R sowohl den wissenschaftlichen Sektor als auch die Literatur für die Arbeit in der Gemeinde. Dafür ist die soeben erschienene „Kinderlesebibel“ bestens geeignet. Sie ist für Leseanfänger gedacht, enthält mehr als 40 biblische Geschichten auf weniger als 100 Seiten in kindgerecht klaren Texten. Verfasser Michael Landgraf ist als Leiter des religionspädagogischen Zentrums in Neustadt (Pfalz) und als Autor vieler Kinder-, Kindersach- und Schulbücher Experte auf diesem Gebiet. Ein „Schwere-Wörter-Verzeichnis“ erleichtert das Verständnis, die liebevollen Zeichnungen der Leipziger Grafikerin Susanne Göhlich illustrieren nicht nur die Inhalte, sondern geben zugleich unaufdringlich Merkhilfen. Die „Kinderlesebibel“ ist nicht konfessionsgebunden und eignet sich für Kinder etwa von sechs bis acht Jahren (96 Seiten, 12,95 Euro). Zur Ergänzung gibt es das „Werkbuch Kinderlesebibel“, das Unterrichtenden Hilfen zur kreativen Gestaltung der Bibelgeschichten bietet (119 Seiten, 14,95 Euro).

Ebenfalls jüngst erschienen sind drei Bücher für die Arbeit mit Konfirmanden, unter denen der Titel „kreuzundquer mit Handicap“, herausgegeben von Andreas Brummer und Martin Rothgangel, besondere Aufmerksamkeit verdient. Er enthält 40 erprobte Unterrichtseinheiten für Konfirmandenkurse mit geistig behinderten Jugendlichen (128 Seiten, 24,95 Euro). Auch ältere Menschen in der Gemeinde wollen kompetent betreut werden. Praktische Tipps gibt Bärbel Nagel in ihrem Buch „Andacht im Altenheim“ (etwa 160 Seiten, 16,95 Euro, erscheint im März). Ebenfalls für ältere Menschen ist das „Seniorenliederbuch“ konzipiert. Es enthält mehr als 30 der beliebtesten Kirchenlieder im Großdruck in handlichem Format (96 Seiten, 9,95 Euro, erscheint im März).

Im wissenschaftlich-theologischen Bereich setzt V&R seine Reihe zum interreligiösen Dialog fort. Zu den bislang erschienenen drei Titeln, die sich mit Abraham, Jesus und Maria sowie Moses in den drei monotheistischen Weltreligionen befassen, kommt im April der Band „Adam und Eva in Judentum, Christentum und Islam“ hinzu. Drei Experten beleuchten die Paradiesgeschichte, speziell die Beziehungen von Mensch und Umwelt, die Beziehung von Mann und Frau sowie die Frage, wie der Tod in die Welt gekommen ist, und stellen damit die unterschiedlichen Traditionen der drei Religionen vor – als Teil eines gemeinsamen Erbes, ohne die Unterschiede und Spezifika zu verwischen (etwa 192 Seiten, etwa 19,95 Euro, erscheint im April).

Auch nichtchristliche Religionen werden in der Religionsgeschichte behandelt. Volkert Haas und Heidemarie Koch, beide Professoren an der Universität Marbug, stellen am Beispiel der Hethiter und des Irans Religionen des Alten Orients vor (etwa 310 Seiten, etwa 59,95 Euro, erscheint im April). Der Göttinger Theologe Dietz Lange hat eine Monographie über Leben und Wirken des schwedischen Theologen und Friedensnobelpreisträgers Nathan Söderblom (1866–1931) geschrieben, unter anderem mit Texten, die bisher noch nie aus dem Schwedischen übersetzt worden sind. Der ökumenische Kirchenführer Söderblom hat mit der Konferenz von Stockholm 1925 ein neues Zeitalter im Verhältnis der Kirchen zueinander eröffnet („Nathan Söderblom und seine Zeit“, etwa 480 Seiten, etwa 49,95 Euro, bereits erschienen). Einen besonderen Blickwinkel auf Martin Luther öffnet die Münchener Kunsthistorikerin Esther P. Wipfler in ihrem Buch „Martin Luther in Motion Pictures“. Sie beschreibt darin die 100-jährige Geschichte des Luther-Films und seiner Rezeption. Denn, so der Verlag, „kein anderes Medium hatte im 20. Jahrhundert eine vergleichbare Wirkung auf die Vorstellung der breiteren Öffentlichkeit von Martin Luther als der Spielfilm“ (etwa 240 Seiten, etwa 39,95 Euro, erscheint im April).

Sehr vielfältig ist auch das Angebot an neuen Büchern in den Bereichen Geschichte und Geisteswissenschaften. „Der Tod des Diktators“ heißt der von Thomas Großbölting herausgegebene Band mit 16 Beiträgen von Wissenschaftlern zu Diktatoren vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. (320 Seiten, 29,95 Euro, lieferbar).

„Arbeit an der Geschichte. Geschichtlicher Wandel im 19. und 20. Jahrhundert“ heißt eine Sammlung von Aufsätzen des Historikers Jürgen Kocka zur historischen Theorie, Sozialgeschichte und deutschen Geschichte. Sie ist bereits der 200. Band der Reihe „Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft“ (400 Seiten, 59,95 Euro, lieferbar). Weitere Bände dieser Reihe folgen. Zwei neue Titel befassen sich mit der Zeit des Nationalsozialismus. Nicole Kramer untersucht in „Volksgenossinnen an der Heimatfront“ die Rolle, die Frauen in der NS-Kriegsgesellschaft gespielt haben (etwa 360 Seiten, 54,95 Euro, erscheint im Mai). In der Studie „Politischer Humanismus und ,Verspätete Nation‘“ von Wolfgang Bialas geht es um die Auseinandersetzung des politischen Philosophen und Anthropologen Hellmuth Plessner (1892-1985) mit Deutschland und dem Nationalsozialismus. Plessner lehrte von 1952 bis 1961 in Göttingen.

Ein ungewöhnliches Buch aus dem Psychologie- und Pädagogikprogramm befasst sich mit dem Zeitmanagement. Perfektionisten und Chaoten haben damit auf verschiedene Weise ihre Schwierigkeiten. Der Diplom-Psychologe Hermann Rühle hat deshalb ein von zwei Seiten zu lesendes „Drehbuch“ verfasst: Die eine Seite für Perfektionisten, die andere, einmal gewendet, für Chaoten. Darüber hinaus erfahren beide Typen, wie sie miteinander kooperieren und voneinander profitieren können (272 Seiten, 14,95 Euro, lieferbar).

Die hannoversche Psychotherapeutin Christiane Wieder legt eine neue Studie über Lou Andreas-Salomé vor, deren 150. Geburtstag im Februar in Göttingen gefeiert wurde. Sie untersucht das Werk der Psychoanalytikerin im Spannungsfeld der Begegnungen mit Sigmund Freud und Rainer Maria Rilke (etwa 112 Seiten, etwa 14,95 Euro, erscheint im April).

Von Michael Schäfer

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