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Regional Longseller als tragende Säulen
Nachrichten Kultur Regional Longseller als tragende Säulen
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17:44 01.07.2010
Von Peter Krüger-Lenz
Locker und charmant: Alexander Wewerka. Quelle: Theodoro da Silva

Der 50-Jährige, dem man sein Alter nicht ansieht, war als zweiter Gast in der Reihe „Die Verleger“ eingeladen, seinen Kleinverlag vorzustellen. Und er redet ausgesprochen gerne.

1983 sei er an einem Nullpunkt angekommen, erzählt er von den Anfängen. In Paris hatte er nach einer Lehre zum Buchhändler Schauspieler werden wollen, doch die Franzosen und die Stadt, hatten ihn geschafft. Wieder zurück in Berlin habe er noch ein Jahr lang versucht, „was mit Theater zu machen“. Im „Bücherbogen“ einem schon damals sehr gut sortierten Buchladen habe er gejobbt. Dort sei eine Bekannte an ihn herangetreten mit dem Wunsch, ihre Gedichte zu veröffentlichen. Wewerka sollte Kontakte herstellen, doch er verlegte sie selbst.

Parallel dazu arbeitete er an einer Wiederauflage des Buches „Der leere Raum“ von Peter Brooks. Ein Start mit viel Glück. Denn die Kollegen vom Wagenbach-Verlag berieten Wewerka bei Kauf der Rechte, die er schließlich für wenig Geld bekam. Bis heute sei dieses Werk über modernes Theater mit jährlich etwa 1000 verkauften Exemplaren eine der tragenden Säulen seines Alexander-Verlages. Und genau hier fand Wewerka auch seine Nische, in der er sich behaglich eingerichtet hat.
Mit einer Hand voll Mitarbeitern verlegt Wewerka heute Bücher aus den Bereichen Theater, Film und ausgewählter Literatur. Neuentdeckungen sind wenige darunter, meist besorgt Wewerka Wiederauflagen vergriffener Werke. Bestseller hat er nicht im Programm, dafür sogenannte Longseller, Bücher also, die sich über einen langen Zeitraum verkaufen.

Früh schon verlegte er Gedichte von Heiner Müller, den er von seiner Arbeit als Statist am Theater kannte. Die Kooperation dauerte bis zu Müllers Tod im Jahr 1995. „Danach habe ich keinen Job mehr machen müssen“, sagt Wewerka mit Blick auf seinen finanziellen Erfolg mit Müller-Büchern – und ruft ihm noch ein dramatisches „Danke, Heiner“ hinterher.

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