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Regional Lufthansa-Streik: Gastdirigent verpasst Probe des GSO
Nachrichten Kultur Regional Lufthansa-Streik: Gastdirigent verpasst Probe des GSO
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00:18 29.04.2013
Spaß mit nicht alltäglichem Programm: Dirigent Christoph-Mathias Mueller und seiner Göttinger Symphoniker. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Was zu bedauern ist, denn gern hätten die Zuhörer die Dirigentin Jo Anne Falletta und den Violinisten Michael Ludwig,  vor zweieinhalb Jahren zu Gast in Göttingen, wieder erlebt. Aber die improvisierte Neubesetzung war keinesfalls Anlass zu einer Enttäuschung, im Gegenteil.

Am Dirigentenpult stand – Ehrensache – GSO-Chef Christoph-Mathias Mueller, dem das nicht alltägliche Programm des Abends sichtlich Spaß machte. Als Solistin im dritten Violinkonzert von Camille Saint-Saëns sprang die junge französische Geigerin Solenne Païdassi ein, die, sonst in Paris zu Hause, zufällig dieser Tage gerade in Hannover gastierte und dieses Werk aus ihrem Repertoire hervorzaubern konnte.

Zu Beginn erklang jenes Werk, das dem Abend auf den Plakaten den etwas irreführenden Titel „Skandal“ gegeben hatte, die 1931 komponierte Ouvertüre zu „The school for Scandal“ von Samuel Barber. Mit viel Schwung und Temperament führte Mueller mit seinen Musikern die überzeugende Talentprobe des damals gerade 21-jährigen amerikanischen Musikers vor, wobei die Instrumentalisten mit brillanter Virtuosität glänzen konnten.

Nicht ganz voll besetzte Stadthalle

Das Saint-Saëns-Violinkonzert ist ein nicht minder virtuoses Werk, beneidenswert reich an elegant strömender, romantischer Melodik, an betörend-intensiver Motivik.

Solenne Païdassi spielte ihren Part mit großer technischer Souveränität, mit mitreißender Hingabe und mit sattem, den Saal füllendem Ton, der sich auch gegen ein Forte des Orchester-Tuttis mühelos behaupten kann. Die Zuhörer in der nicht ganz voll besetzten Stadthalle applaudierten begeistert und erhielten zum Dank den zweiten Satz (Loure) aus Bachs E-Dur-Partita als Zugabe.

So schwungvoll, wie dieser Abend begonnen hatte, ging er auch zu Ende: mit Antonín Dvořáks 7. Symphonie, in der die Holz- und Blechbläser ihr Bestes gaben, die Streicher Töne mit Schmelz lieferten und Mueller belebende Impulse gab. Vor allem die Erinnerung an das  schwerelose, zauberhaft tänzerische Scherzo wird lange haften bleiben.

Von Michael Schäfer

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