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Regional Malerei in der Schwebe
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00:17 20.10.2016
Die Künstlerin Diana Sirianni: Quelle: CR
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Göttingen

In drei Räumen werden Arbeiten aus dem Archiv der Künstlerin gezeigt, die zwischen 2012 und 2016 entstanden sind. Die Besucher müssen sich vorsichtig durch die Räume schlängeln, um die eng gehängten Objekte nicht zu berühren. Man bewegt sich wie durch ein riesiges Mobile. Die Grenzen der einzelnen Werke verschwimmen im Raum, sie erstrecken sich über Boden, Wände und Decken und schaffen eine direkte Interaktion mit dem Ausstellungsort. An mehreren Stellen dienen auch die Türrahmen als Objektträger.

Aufgehängt sind Collagen aus Fotografien und gemalten Elementen, außerdem glänzende Plexiglasscheiben, die aus einem bestimmten Blickwinkel fast unsichtbar sind. Auch größere Styroporteile und Metallstangen, unter denen man sich hindurchducken muss, können den Eindruck der Luftigkeit und Leichtigkeit nicht stören.

Ursprung von Siriannis Arbeiten sind die Fotographien, die sie in barocken Innenräumen in ihrer Heimatstadt Rom gemacht hat. Abbildungen von filigranem vergoldetem Stuck ziehen sich durch die gesamte Ausstellung. Sie sind in unzählige Einzelteile zerschnitten und zu neuen Räumen zusammengesetzt, mal gehängt, mal mit silbernen Stecknadeln an die Wand gepinnt. Ziel der Künstlerin ist dabei die Übertragung von einem Ort an den Nächsten. „Man muss die Position von winzigen Objekten im Raum bestimmen. Das ist eine sehr kontrollierte, obsessive Arbeit.“, sagt sie. Sirianni studierte Philosophie in Rom und Malerei an der Universität der Künste in Berlin.

Die beiden Videos „You See What You Are“ und „Clingy“ von 2016 dokumentieren einen anderen Arbeitsbereich. Sirianni hat sich dabei gefilmt, wie sie eigene Collagen und Fotos an eine Hauswand und das Schaufenster eines leerstehenden Geschäfts tapeziert. „In einem öffentlichen Raum gibt es unerwartete Momente.“, erklärt die Künstlerin diesen Schritt aus dem Atelier hinaus. Im Video werfen Passanten irritierte Blicke in die Kamera, Anwohner sprechen Sirianni an und wollen sie wegschicken. Die Übertragung des Schaffensprozesses in eine nur schwer kontrollierbare Umgebung steht parallel zum räumlichen Transfer in ihren Fotographien.
In diesem Nebeneinander von Materialität und ihrer digitalen Vervielfältigung erschafft Sirianni einen dreidimensionalen Bildraum und bietet dem Betrachter dadurch unendlich viele Blickwinkel.

Die Ausstellung ist bis Sonnabend, 10. Dezember, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Eine Führung mit der Kunsthistorikerin Isabella Szczygielski ist am Sonntag, 30. Oktober, um 15 Uhr geplant.

Von Jana Probst

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