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Regional Mario Barth in der ausverkauften Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional Mario Barth in der ausverkauften Lokhalle
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00:37 23.04.2018
Comedian Mario Barth mit seinem Programm „Männer sind faul, sagen die Frauen“ in der Göttinger Lokhalle. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

Nach „Männer sind bekloppt, aber sexy“ jetzt eben „Männer sind faul, sagen die Frauen“. Rockmusik dröhnt und Flammensäulen lodern auf als der Komiker die Bühne betritt, die als comicartige Version des Elefantentores am Eingang zum Berliner Zoo gestaltet ist. Hinweisschilder weisen den Weg zu Honeybär, Mausefant, Zieger und Hakulikila. Auffällig ist, dass in der Halle keine Tribüne aufgebaut ist und die Stuhlreihen bis kurz vor die hinteren Eingangstüren platziert sind. Wer hier sitzt, benötigt schon ein gutes Fernglas, um Barth nur ansatzweise optisch zu verfolgen, denn die beiden rechts und links von der Bühne installierten Videowände sind auch nicht von üppiger Größe.

Landläufige Klischees

Barth bleibt in der Show seinem Image treu und schildert dem sichtlich amüsierten Publikum seine Erlebnisse mit dem anderen Geschlecht. Erstaunlich gut kommt seine Freundin, die er liebevoll „The Brain“ nennt, in diesem Programm weg. Für die Bedienung landläufiger Klischees muss jetzt Babsi, die Freundin seines besten Freundes herhalten, aber das ist im Prinzip auch egal. Frau ist halt Frau. Und die hält sich von morgens bis abends am liebsten im Badezimmer auf, macht Haare und Nägel, zupft sich die Brauen und cremt sich mit Freundinnen kollektiv mit Pröbchen ein. Den geschilderten Wasserschaden samt folgendem Handwerkerärger verursacht allerdings er selbst. Barth spart im Verlauf der Show nicht mit Tipps zur Lebenshilfe, die er aus seinen Erlebnissen gewonnen hat. Stark alkoholisierte Beifahrer dürfen im Auto nicht auf den Vordersitz. „Wer rotzevoll ist, muss nach hinten in die Maxi-Cosys“, klingt das bei ihm.

Kein Scheiß

„Frauen wissen alles, das FBI ist ein Scheißdreck dagegen“, ruft Barth in den Saal. Auch wenn sie Fragen stellen, könne man sicher sein, dass sie die Antworten schon kennen. Einige Damen glucksen vor Vergnügen, die Herren nicken. Auch seiner 80-jährigen geliebten Mutter widmet der Berliner ein Kapitel. Die Besucher erfahren, dass Söhne stets verantwortlich für Geschenke wie beispielsweise ein Handy sind. 24 000 Fotos habe die Seniorin von Wolken, Blumen, Kaffee und Kuchen sowie einem nackten Feuerwehrmann gemacht, als ihr Smartphone aus Kapazitätsgründen aufgab. Ob ihre Mailadresse allerdings tatsächlich hotmutti26@web.de lautet, darf getrost bezweifelt werden, obwohl Barth gefühlt nach jedem zweiten Satz den Wahrheitsgehalt mit „Tatsache“, „wirklich passiert“ und „kein Scheiß“ untermauern will. Den Lokhallenbesuchern ist das völlig egal, sie lachen sich über Barths Anekdoten aus dem Alltag schlapp – wahr oder nicht. Zumindest haben viele wohl schon ähnliche Situationen in ihrem Leben erfahren.

Wlan-Router aus

Katharina und Marco aus Höxter nehmen ihm die Geschichten jedenfalls größtenteils ab. „Der erzählt aus dem wahren Leben“, sagen sie. Mit ihren Sitzplätzen in der vorletzten Reihe sind sie allerdings eher unglücklich. Immer wieder rückt Barth zum großen Vergnügen seiner Fans die geschlechtlichen Unterschiede beim Essen, Autofahren und Kinobesuch in den Mittelpunkt. Ein Floridabesuch mit seiner 16-jährigen Nichte dient zum Rundumschlag über pubertierende Teenager, die nicht reden, als Teilzeit-Veganer „healthy food“ bevorzugen, und für die es nur eine wahre Strafmaßnahme gibt: „Wlan-Router aus.“ Na dann, wenn‘s so einfach ist.

Von Christoph Mischke

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