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Regional Goldene 20er nach Wunsch
Nachrichten Kultur Regional Goldene 20er nach Wunsch
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13:28 24.04.2017
Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Singen kann er. Max Raabe betritt mit den zwölf Musikern des Palast Orchesters die Bühne und schwingt sich gelassen, wenn auch wie gewohnt gezügelt, in den Abend. Das Repertoire besteht aus Stücken der "Goldenen Zwanziger" und neueren, die das Orchester an jene angelehnt interpretiert.

Seit der Gründung 1986 setzt Raabe (54) mit seinen Musikern, deren Zusammensetzung mehrfach wechselte, auf Walzer, Rumbas und Klänge dieser spannenden Dekade. Ihr Publikum fanden sie auch mit Interpretationen bekannter Popsongs in ihrem Orchesterstil – immer getoppt mit der astreinen Baritonstimme des gebürtigen Westfalen Raabe.

Die Deutschland-Tour 2017 präsentiert genau, was der Tourneetitel bemängelt. „Das hat mir noch gefehlt“ haben Raabe und Musiker nach den Vorschlägen ihrer Fangemeinde zusammengestellt. Diese konnte auf der Webseite der Musiker ihre Wünsche äußern, welche Lieder des 600-Stück-Repertoires sie hören möchten. Unter den Höchstwertungen landeten das französische Chanson „La Mer“ von Charles Trenet und der Raabe-Klassiker „Kein Schwein ruft mich an“. Mit letzterem feierte das Orchester um Raabe seine ersten großen Erfolge in dem Film „Der bewegte Mann“ (1992) unter der Regie von Sönke Wortmann.

Seine Musiker müssen sich hinter dem Können des Sängers (Gesang studierte er an der Hochschule der Künste in Berlin) nicht verstecken. So lässt Raabe das Orchester in zahlreichen Instrumentalteilen zu Gehör kommen. Besonders stechen Rainer Fox am Bass-Saxofon und die Venezianerin Cecilia Crisafulli mit einem feinfühligen Geigenspiel heraus. In einigen reinen Gesangs-Klavier-Stücken merkt man das vertraute Zusammenspiel Raabes mit seinem Pianisten Ian Wekwerth. Zusammen sind sie die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder des Palast Orchesters.

Die ohnehin anekdotenhaften Liedtexte kündigt Raabe mit nach Hörbüchern anmutenden Episoden an. Darin geht es wie so oft um die Liebe. Vor allem: um das komplizierte und deshalb oft so amüsante Interagieren der zwei Geschlechter. Raabe sagt zwischen Männern und Frauen sei es wie mit der Mülltrennung: „wenn man nicht aufpasst, landet am Ende alles auf einem Haufen.“

Für Ende nächsten Jahres kündete Raabe ein Popalbum an. Tickets sind seit Mitte März erhältlich. Ein Auftritt in Göttingen ist bislang nicht geplant, aber sicherlich lässt sich der ein oder andere Raabe-Fan stattdessen zu einem Ausflug nach Kassel überzeugen. Dort spielt er am 27. Januar 2018 im Kongress Palais.

Von Leslie Wathsack

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